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Burg Greifenstein bei Holzelfingen/schwäbische Alb in 1:72

  • lappes
  • 20. Juni 2025 um 17:37
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    • 20. Juni 2025 um 17:37
    • #1

    Hier stelle ich mein letztes Diorama im fast fertigen Zustand vor. Ergänzt werden müssen noch etliche Details und Bemalungen einiger Figuren und Accessoires. Auch diese Burg ist im 3D Druck entstanden. Wie ich schon bei der Vorstellung geschrieben hatte, kombiniere ich 3D Druck mit handwerklichen Arbeiten. So wurde das "Skelett" gedruckt. Das Mauerwerk wurde mit selbsthärtender Modellmasse erstellt. Holzflächen wurden mit Künstlerkarton belegt, mit einem Bastellmesser bearbeitet und mit Ölfarben gestrichen. Den Baubericht von Anfang an werde ich in gekürzter Form hier anhängen.


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    • 20. Juni 2025 um 20:45
    • #2

    :smiling_face_with_heart_eyes: :smiling_face_with_heart_eyes: :smiling_face_with_heart_eyes: :smiling_face_with_heart_eyes:

    Gruß vom Roland aus Pernitz ;) /NÖ :wikend01:

    Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen die ich nicht ändern kann,
    den Mut, Dinge zu ändern die ich ändern kann
    und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden

    ein gutes Wort verweilt vielleicht ein wenig, aber ein schlechtes geht nie wieder weg

    off Topic ist in meinen BB's

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    • 21. Juni 2025 um 09:32
    • #3

    49374472am.jpgHier ein Bild der Dachdeckung des Pallas. Die Biberschwanzziegel wurden in Streifen konstruiert und gedruckt und -natürlich-von unten nach oben auf das Dach geklebt. Vorher Längenanpassung.

    49374471gv.jpg

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    • 21. Juni 2025 um 09:38
    • #4

    Da im Mittelalter bei den Häusern der niederen Bevölkerung dazu Lehm auf einem Geflecht aus biegsamen Ästen genommen wurde, versuchte ich auch das entsprechend darzustellen. Dazu füllte ich die Gefache mit selbsthärtender weißer Modelliermasse. Dies erhielt mehrfache Washings mit verdünnten Ölfarben umbra gebrannt, schwarz und weiß. Die Farbbrühen wurden auch zusammengemischt um verschiedene braungraue Tönungen zu erhalten.

    Dies trug ich mehrfach auf und betupfte es mit saugfähigem Papier bis ich mit der Färbung zufrieden war. Nach dem Trocknen wurde partiell verdünnter Weißleim mit einer Pipette aufgetragen und darauf immer eine kleine Prise Fugensand eingestreut. Auf keinen Fall zu viel. Dies wurde mit einem Zahnstocher ein wenig in den Vertiefungen verteilt und hinterher vorsichtig mit dem saugfähigen Papier betupft. Damit wird vermieden, das sich tropfenförmige Aufhäufungen des Sandes bilden.

    48949394jq.png48949395pk.png48949396gy.png48949397ho.png

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    • 21. Juni 2025 um 09:47
    • #5

    Das Wohnhaus und vielleicht die anderen Giebeldächer der Vorburg sollen mit Stroh gedeckt werden.

    Eine Arbeit im Modellbau, die ich noch nie hatte.

    Ach reiflicher Überlegung habe ich mich auf folgende Arbeitsweise festgelegt.

    Papierstreifen in ca 10 mm Breite wurden geschnitten. Als Stroh benutzte ich einen Hanfzopf aus dem Baumarkt. Davon wurde ein Büschel von ca. 1,5 cm Länge abgeschnitten. Weißleim wurde auf den Papierstreifen aufgetragen und das Hanfbüschel wie eine Art Pinsel zum verstreichen genutzt. Mit dem Hanfbüschel aus folgendem Grund: so stelle ich sicher, das alle Hanffasern mit Weißleim benetzt werden.

    Das Büschel wird auf den Papierstreifen gelegt und vorsichtig mit einem Messer etwas in die Breite gezogen. Danach wurde der Hanf mit dem Messerrücken auf das Papier gedrückt. Wiederholung bis der Papierstreifen komplett mit Hanffasern versehen ist. Trocknen lassen. Den oberen Rand möglichst gerade abschneiden. Den unten überstehenden Hanf etwas begradigen, aber auf jeden Fall über das Papier hinausstehen lassen. Danach den Papierstreifen über der unteren Dachkante festkleben. Den nächsten Streifen darüber kleben und zwar nur den überstehenden Hanf auf den darunterliegenden überlappen lassen.

    48958199oj.jpg48958200ip.jpg48958201st.jpg48958202lh.jpg

    Die Dachhälfte wurde fertiggestellt.

    Nachdem die letzten Streifen des Strohdachs aufgeklebt und der Weißleim getrocknet war, wurde das komplette Dach nochmals mit verdünntem Weißleim getränkt. Dies kam für 1,5 Stunden bei 40 Grad in den Dörrautomaten. Den habe ich mir mal vor 2 Jahren speziell für solche Fälle angeschafft. Das Strohdach war nun fest und ich konnte die eine oder andere Korrektur vornehmen. Danach kam ein Washing mit verdünnter Ölfarbe Umbra gebrannt. Ich denke, es ist gut geworden und ich kann dieses Verfahren sehr gut nutzen.

    48958203ed.jpg48958204ny.jpg48958206ma.jpg

    Das fertige Dach mit einem First aus Holzziegeln. Künstlerkartonstreifen 1,5 cm breit geschnitten, längs in der Mitte zusammen genickt. Mit dem Daumennagel beidseitig an der Knickstelle entlanggefahren, bis eine kleine Wulst entsteht und dann in ziegelbreite bis zur Wulst eingeschnitten. Auf den First geklebt und mit Ölfarben umbra gebrannt, schwarz und weiß gestrichen, bis der gewünschte Farbton erzielt wurde.

    48966409tp.png49125274qt.jpg

    Einmal editiert, zuletzt von lappes (21. Juni 2025 um 09:54)

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    • 21. Juni 2025 um 09:51
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    • #6

    Einfach Klsse was du uns hier zeigst. :) :thumbup:

    Gruß Erich :wikend:

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    • 21. Juni 2025 um 10:05
    • #7

    Hier mal eine Explosionszeichnung der 3D Teile für alle Skeptiker, die meinen, 3D Druck habe nichts mit Modellbau zu tun

    48893104ab.jpg

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    • 21. Juni 2025 um 10:05
    • #8

    Schöne Details. :thumbsup: Das Strohdach wurde von Dir gut umgesetzt. Eine Anmerkung zur Steigerung habe ich allerdings dazu. Bei Strohdächern sind die Reihen selten so gerade wie bei Dir. Die Unterkanten könnten etwas unregelmäßiger sein.

    Einen schönen Gruß aus Schläfrig-Holstein.
    Bernd

    "Wenn das Ihre Lösung ist, dann hätte ich gern mein Problem zurück!"

    Kartonbau Tutorial

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    • 21. Juni 2025 um 10:09
    • #9
    Zitat von lappes

    Skeptiker, die meinen, 3D Druck habe nichts mit Modellbau zu tun

    Da musst Du mich nicht überzeugen. Es ist halt eine andere Art die Einzelteile herzustellen. Zusammenbau und Ausstattung/Bemalung sind nicht anders.

    Einen schönen Gruß aus Schläfrig-Holstein.
    Bernd

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    • 21. Juni 2025 um 10:12
    • #10
    Zitat von Modell-Ostfriese

    Einfach Klsse was du uns hier zeigst. :) :thumbup:

    Danke schön, Erich.

    Ein Forum ist meiner Meinung nach da, um Know How zu teilen. Man sollte auch seine Erfahrungen teilen und kein Geheimnis darum machen. Viele Wege führen nach Rom und meiner ist halt dieser. Vielleicht erinnert sich der eine oder andere an diese Verfahrensweise und kann es für sich nutzen. Daher teile ich es gerne und freue mich, wenn ich jemandem helfen konnte.

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    • 21. Juni 2025 um 10:28
    • #11

    Hier noch ein Post aus einem anderen Forum. Die Einleitung des Bauberichts.

    Da mein ursprüngliches Dio in 1:87 recht frei und deutlich umfangreicher umgesetzt wurde, habe ich mich entschieden, das Dio mit der Burg in ihrer damaligen Größe in 1:72 nachzubilden.

    Diesmal jedoch in 3D Druck und nicht in Holzbauweise, wie das erste Dio.

    Die recht kleine Kernburg hatte eine Größe von ungefähr 26 x 19 Metern. In 1:72 sind das rund 36 cm.

    Die Vorburg umschloss die Kernburg halbkreisförmig mit ca. 14 m und bestand aus Palisaden, davor ein Graben. Die Nachbildung wird aber aufgrund der Größe nur ausschnittsweise erfolgen.

    Die Burg wurde im Jahre 1311 von den Reutlingern dem Erdboden gleichgemacht und nicht wieder aufgebaut.

    Dazu die bisherigen Konstruktionszeichnungen für den 3D Drucker und den ersten Ausdruck mit der Grundmauer des Pallas. Zudem noch ein Foto meines ersten Dioramas dieser Burg.

    Quellen:

    Die Skizzen sind von Burgrekonstruktion.de.

    Der Rest Screenshots in Fusion360 der ersten Konstruktionszeichnungen.

    Zuerst noch ein eigenes Drohnenfoto vom jetzigen Zustand der Ruine.41575678dq.jpg

    46392924ug.gif46392925xp.jpg46392926pg.jpeg46392927ku.jpeg46392928hj.jpg46392929su.jpg46392932ns.jpg46392934rj.jpg

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    • 21. Juni 2025 um 10:52
    • #12
    Zitat von Lemmi

    Schöne Details. :thumbsup: Das Strohdach wurde von Dir gut umgesetzt. Eine Anmerkung zur Steigerung habe ich allerdings dazu. Bei Strohdächern sind die Reihen selten so gerade wie bei Dir. Die Unterkanten könnten etwas unregelmäßiger sein.

    Wenn alles so unterschiedlich wäre, wie Strohdächer. Ich habe diese Variante irgendwo im Internet gesehen und die hat mir gefallen

    Quelle: Wikipedia

    Strohdach_-_Campus_Galli.JPGunterstuetzung_2010_strohdach_01.jpg

    Quelle: https://unser-museum-seiffen.de/2016-strohdach-haus-archenbauer/

    Ich hoffe, dass das verlinken erlaubt ist. Sonst bitte (leider) löschen

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    • 21. Juni 2025 um 11:06
    • #13

    Falls jemand, der einen Filamentdrucker besitzt, an der Burg Interesse haben sollte. Ich habe die Druckdateien hier zum kostenlosen Download angeboten. Aber bitte den Text gut durchlesen...wichtig!!!!

    Burg Greifenstein

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    • 21. Juni 2025 um 11:30
    • #14

    Bericht der Herstellung der Holzverschalungen:

     Diese erstellte ich aus Künstlerkarton, in den ich Fugen und Maserung des Holzes mit einem Bastelmesser einritzte. Danach erfolgte ein erster Anstrich des Fachwerks und der Verkleidung. Nach dem Trocknen erfolgte eine Weiterbearbeitung mit Ölfarben. Da sich Ölfarbe auf der Fläche sehr gut vermischt, nutzte ich diese Eigenschaften, um verschiedene Farbnuancen zu erreichen. Leider kann man dies beim Lampenlicht nicht so gut auf den Fotos erkennen. Dann erfolgte ein leichtes Auftragen mit Abtönfarbe Nougat. Dies verträgt sich gut mit Ölfarben, daher konnte die Ölfarbe noch feucht sein.

    46557510xn.jpg46557512gz.jpg46557534ub.jpg46557539pk.jpg

    46563559sa.png

    Dann ein Anstrich mit verdünnter Ölfarbe umbra gebrannt:


    46563560ct.png

    Dann mit nahezu unverdünnter Ölfarbe in umbra gebrannt, schwarz und weiß. Leichte Streifen von oben nach unten aufgetragen und miteinander mit dem Pinsel vermischt.

    46563561mo.jpg
    Zuletzt ein Drybrushing mit Abtönfarbe Nougat. Dies wurde noch mit einem breiteren Pinsel mit leichtem Druck von oben nach unten abgerieben. Dadurch trat stellenweise der Erstanstrich hervor, die Farbe wurde matter und die Struktur trat stärker hervor. Dadurch entstand eine holzähnliche Optik. Fachwerke und Brücke wurden ähnlich behandelt.


    49554376dj.jpg


    Einmal editiert, zuletzt von lappes (21. Juni 2025 um 11:48)

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    • 21. Juni 2025 um 14:51
    • #15
    Zitat von lappes

    … 3D Druck habe nichts mit Modellbau zu tun …

    :00008356: :00008356: :00008356: :00008356: :00008172: :00008172: :00008172: :00008172: :00008356: :00008356: :00008356: :00008356:

    Gruß vom Roland aus Pernitz ;) /NÖ :wikend01:

    Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen die ich nicht ändern kann,
    den Mut, Dinge zu ändern die ich ändern kann
    und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden

    ein gutes Wort verweilt vielleicht ein wenig, aber ein schlechtes geht nie wieder weg

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