- Offizieller Beitrag
Hallo Freunde der Drahtkisten,
Ihr hattet mich beim Bau der Gotha G.IV begleitet. Heute ist es soweit und ich will Euch das Ergebnis zeigen.
Ursprünglich hatte ich vor noch ein kleines Diorama dazu anzufertigen. Aber ebenso wie die Dimensionen des
Flugzeuges wäre das Diorama riesig geworden und dazu fehlt am Ende doch der Platz.
Die Gotha G.IV war der vorläufige Höhepunkt der Gotha Riesenflugzeugbaureihe. Was uns heute als recht klein
erscheint war damals unfassbar groß. Eingesetzt wurde die G.IV vorallem für Langstreckeneinsätze. Bekannt
wurde sie unteranderem für ihre aus heutiger Sicht unrühmlichen Rolle als Teil des Englandgeschwaders.
Nachdem man festgestellt hatte das Zeppeline zu verwundbar gegen die englische Luftabwehr waren, hatte
man sich Seitens der Führung und Inspektion der Fliegertruppen schon recht früh das Ziel gesetzt
mit Flugzeugen gen England zu fliegen. Nach recht langer Entwicklung unter dem Konstrukteur Hans Burkhard
gelangten schließlich die ersten Maschinen im März 1917 an das Kagohl 1, welches kurz darauf zum Bogohl 3
umbenannt und unter dem Beinamen "Englandgeschwader" bekannt wurde. Bereits am Mai 1917 fligen die Staffeln
des Bogohl 3 Tagangriffe auf Südengland und London. Ab September hatten sich die Engöänder größtenteils
erfolgreich auf solche Angriffe eingestellt und die deutschen gingen zu Nachtangriffen über. Im Oktober 1917 hatte die G.IV
ihre größte Frontstärke mit 50 Maschinen in mehreren Staffeln. Bereits am September 1917 begann schon die Umrüstung auf
die Gotha G.V. Die G.IV blieb aber mindestens bis August/September 1918 im Einsatz. Nach dem krieg wurden G.IV un G.V
von der polnischen Luftwaffe im Polnisch-Sowjetischen Krieg eingesetzt. Imn Sommer 1920 wurde die letzte Gotha
wegen Ersatzteilmangel und technischem Rückstand bei den polnischen Luftstreitkräften ausgemustert.
Technisch betrachtet war die G.IV wie alle Gotha Maschinen eine recht Simple und vorallem zuverlässige
Konstruktion. Jedoch galt die G.IV bei Ihren Besatzung als nicht sonderlich beliebt. Die Bordschützen
schäzten zwar das sehr gute Schussfeld welches sich auch durch den sogenannten "Gothatunnel"
im Rumpf ergab, bemängelten aber gleichwohl die mangelnde Sicht. Zudem war es in den offenen Kanzeln
furchtbar kalt und windig was auf den bis zu 9 Stunden langen Einsätzen oft zu Erfrierungen führte.
Zudem neigte die G.IV, wie alle Gothamodelle beim Landen dazu vorne überzukippen. Die Manövrierbarkeit
des Flugzeugs wurde als äußerst schlecht bezeichnet, das galt vorallem im Landeanflug und bei geringen
Geschwindigkeiten. Ferner war das Flugzeug mit nur 140 Kmh recht langsam was es trotz guter
Abwehrmöglichkeiten sehr verwundbar machte. Zudem geriet die Gotha sehr schnell in Brand.
Diese Nachteile sorgten schlussendlich auch dafür das man sich für nächtliche Angriffe entschied.
Bezeichnend für die hohe Verlustrate ist der Nachtangriff vom 19 auf den 20 Mai 1918. Dies war der bis dato größte
Angriff deutscher Flugzeuge auf Die britischen Inseln. Von 38 gestarteten Gothaflugzeugen und drei anderen Maschinen
wurden allein 6 Gothas abgeschossen und eine ging beim Landen verloren. Nach dieser Nacht wurden die strategischen
Bombenangriffe vollständig eingestellt. Bald darauf war auch dieser schreckliche Krieg zu Ende.
Unser Modell zeigt die Gotha G.IV mit der Baunummer 602/16. Eigentlich Besetzt von Walter Aschoff als Kommandant und Schütze
sowie Erwin Kollberg als Piloten und Unteroffizier Mayer als Heckschützen. Am 28 September 1917 ging das Flugezeug bei einer Notlandung
im Niederländischen Sas van Gent vollständig verloren. Allerdings befand sich die eigentliche Besatzung wie oben beschrieben nicht an Bord.
Statdesen waren an diesem Tag Oberleutnant Bauerle, Leutnant Metzger und Leutnant Bumann auf der Maschine im Einsatz. Alle drei
hatten den Bruch überlebt und und wurden interniert. Die noch vorhandenen Bomben für den eigentlichen Flug nach England gingen dabei
nicht hoch. Die Maschine war dem Bogohl 3 zugeordnet. Es gab mindesten zwei Maschinen die mit dem Schlangenbild versehen waren.
Hier sehen wir den sogenannten "Gothatunnel" welcher ein herrvorrangendes Schussfeld nach unten bietet.
So das waren nun die Bilder zu großen Gotha G.IV. Ich hoffe wie immer auf gefallen. Kritik und Lob sind
natürlich wieder gerne gesehen. Ich hoffe ich hab Euch nicht zu seh mit dem ganzen Text gelangweilt.
Bessere Bilder bekomme ich leider nicht hin. Das Modell ist einfach zu groß.
LG Patrick ![]()