Schleifgerät für Werkzeuge

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  • Hallo Leute - stumpfe Messer, stumpfe Bohrer, kaputte Stecheisen, vergnaddelte Scheren?

    Sowas hat sich in meinem Haushalt angehäuft - ein Baumarkt Nass-Trockenschelifgerät für 50,- Euronen war definitv kein überzeugende Antwort auf diese Probleme.

    Die horrenden Kosten für das Nachschleifen meiner Praxisinstrumente haben mich nach Alternativen suchen lassen.

    Ich habe mir nach langem hin und her eine "kleine" Tormek Nassschelifmaschine (200mm Stein) besorgt und Dutzende Instrument für die Praxis geschärft.


    DSCF0839_Bildgröße ändern.JPG


    Das selbst machen hat schon beim ersten Durchgang fast die Anschaffungskosten für die Maschine (380,-) wieder rein geholt.

    Zu der Maschine gehört schon bei der Standard Lieferung einiges an Zubehör dazu:

    - ein Winkelmesser

    - Öl und Schleifpaste für die Leder Abziehscheibe

    - ein Pflegestein, der es in sich hat: Die Normalschleifscheibe hat eine 220er Körnung. Mit der feinen Seite des Pflegesteins kann man vorübergehend die Rauhigkeit auf eine 1000er Körnung reduzieren - und das geht wirklich!


    Vor lauter Begeisterung habe ich noch einiges an Zubehör angeschafft:

    1 "Japanstein" mit ca 4000er Körnung (!!) das gibt eine fast spiegelglänzende Oberfläche (Ich kann meine winzigen Instrumetne schlecht an die Lederscheibe halten ..) kostet allerdings schon für die "kleine" T4 mit 200mm Durchmesser knapp 200,- Euronen

    1 Zentrier- und Zurichtvorrichtung um den Stein wieder perfekt glatt und rund zu machen. Damit kann man unrund laufende Schleifscheiben oder wellig gwordene Oberflächen wieder zu neuwertigem Rundlauf bringen kostenpunkt 70,-

    1 Haltevorrichtung für Stecheisen etc - das Egebnis ist damit kein Vergleich zu "freihandschleifen", wie ich es bislang gemacht habe - ca 50,-

    1 Haltevorrichtung für Scheren - damit habe ich Scheren so scharf bekommen, daß sie Küchenfolie schneiden! ca 65,-

    1 Vorrichtung zum Bohrer schleifen, happige 170,- die ist noch im Zulauf - Bericht folgt

    Mit dem Kram schon mal 3 Scheren, 4 Stecheisen und sowieso sämtliche Messer im Haushalt auf Vordermann gebracht. Das funktioniert so gut, das ich mich tatsächlich mit den Messern rasieren kann ( nur mal kurz experimentell geprüft) - Ich bin begeistert, jetzt fehlt mir nur noch die bereits bestellte Vorrichtung zum Bohrer nachschleifen. Wenn das auch noch so gut hinhaut bin ich mit meinre Werkstatt mal wieder einen wesentlichen Schritt weiter - bislang musste ich stumpfe Bohrer wegschmeissen, weil hier in der Nähe das niemand macht - und wegschicken ist scheints genauso teuer wie neu kaufen. Alles in allem hat das ganze Zeug jetzt zwar über 700,- gekostet, aber ich glaube, das war gut angelegtes Geld. Über unser Bauerei habe ich schon mal mindestens 30 stumpfe Bohrer in einr Schachtel liegen. Wenn ich schaue was Messer und Scheren schleifen kostet ....

    Alles in allem machen die Sache von Tormek ein wirklich guten Eindruck. Es gibt preiswerte Nassschleifgeräte von anderen Herstellern, da kann man an der Maschine gut 200,- sparen und, wenn der Haltearm den gleichen Durchmesser hat, das Zubehör von Tormek kaufen. Das ist definitiv 3 Klassen besser als das Baumarkt Gelumpe.

    Ein weiterer Vorteil: Bei Tormek gibt es richtig gute gedruckte (!!!) Dokumentation und die Maschine wird mit Demo Video DVD geliefert. Vorbildlich!

    Wer sich also über stumpfe Messer, stumpfe Bohrer, kaputte Stecheisen, vergnaddelte Scheren ärgert - hier ist die Lösung.

    Für weitere Fragen steh ich gern zur Verfügung

    Euer Kai

    PS Günstigste Quelle: Wolfknives - feines Werkzeug

  • Hallo Kai


    Die Tormek Schleifmaschine ist im Vergleich zu ähnlichen Produkten erstens das Original und zweitens qualitativ sehr hochwertig. Ich habe diese Maschine auch jedoch die T8. Damit macht schleifen Spass und die Klingen werden, auch wenn von Hand geführt, sehr sauber und genau! Mit dem Japanstein schleife ich auch die Damaststahl-Küchenmesser. Ja das sind mackellose, spiegelnde Klingen! :thumbsup:Ich habe auch noch den schwarzen Stein für HSS-Stähle. Die Tormek ist definitiv ein super Hilfsmittel und wird dir bis zum lebenende alles schärfen was Du brauchst; echt eine tolle Allzweck-Schleifmaschine.:thumbup:


    Noch ein kleiner Tipp, damit Du möglichst wenig wegschleifen musst. Wenn Du die Maschine für Deinen Zweck eingerichtet hast, markiere die zu schleifende Klinge mit einem wasserfesten Filzer, halte die Klinge an die stehende Schleifscheibe und dreh von Hand ein wenig den Schleifstein. Wenn Du jetzt die Klinge anschaust, siehst Du ganz genau wo die Maschine schleift. Nun kannst Du den Winkel wenig korrigieren bis es passt und somit musst nur ganz wenig wegnehmen und die Klinge ist wieder scharf. Ich finde diese Methode schneller und zuverlässiger als mit der mitgelieferten Winkellehre. Die Winkellehre verwendet ich nur für den Erstschliff damit der Schnittwinkel stimmt, danach schleife ich 4-5 mal mit der Filzermethode und zur Kontrolle wieder mal mit der Winkellehre.


    Die Bohrerschleiflehre ist eigentlich auch sehr gut, die habe ich nicht, weil ich eine eigene Bohrerschleifmaschine dazu habe (von Kaindl). Das Problem ist lediglich das Schleifen von kleinen Bohrer (<2mm). Für so kleine Bohrer wirst du aber auch nichts finden, da musst Du selber ran und eine Lehre machen. Ich bin da auch schon lange am überlegen und habe da eine Idee von einer einfachen, billigen und selbstgemachten Lehre, welche dann auch sehr kleine Bohrer genau schärfen lässt.

    Herzlich grüsst Martin


    Ich komme aus Ironien. Das liegt am sarkastischen Meer :saint:

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  • Danke Martin für die hilfreichen Tipps. Da mein Werkzeuge alle ziemlcih runter waren, war eh erst mal "Erstschliff" angesagt. Ich werd das mit dem Filzer auf jeden Fall mal machen, das habe ich auch schon bie den Scheren probiert. Wobei mir deine Beschreibung noch mal geholfen hat. ist auch beruhigend zu wissen, das du das Investment aus Erfahrung für gut hälst. Die T8 war mir einfach zu groß und schwer, das ich das Ding jedesmal herauskramen, in die Küche schleppen und wieder weg räumen muß. Da ist die T4 eine wortsinnige Erleichterung!

    Wenn du eine Lösung für kleine Bohrer hast, dann hätte ich daran Interesse, falls du das zweimal bauen kannst. Ich hatte schon mal über ein Lösung mit einer Excenterscheibe für den Hinterschliff und einer Anlagekante für den Winkel nachgedacht - bin aber nie ins wirkliche konstruieren gekommen. Verschiedene Spitzenwinkel halte ich bei den kleinen Bohrern für unnötig.

    Hat Jemand Erfahrungen mit dem nachshärfen von SDS Bohrern für Beton? Geht das mit der schwarzen Scheibe? Oder ist es unmöglich Hartmetall nachzuschleifen?

  • Verschiedene Spitzenwinkel halte ich bei den kleinen Bohrern für unnötig.

    Ne musst schon darauf schauen auch auf die Freifläche, ist halt auch immer abhängig von dem Werkstoff den du bearbeitest .
    Hier mal ein kleines Bohrereinmaleins https://schneidwerkzeugmechaniker.info/wiki/Bohrer

    Das Glück ist das Einzige, das sich verdoppelt wenn man es teilt .
    Gruß Karlheinz :D


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  • Die Betonbohrer sind mit Hartmetallplatten versehen, sollte es mit der schwarzen Scheibe gehen, dann nur sehr schlecht. Für Hartmetall ist eigentlich nur Siliziumkarbid, CBN oder Diamant geeignet.


    Für den Modellbau erachte ich die T4 auch für besser, doch ich schleife darauf auch grosse Äxte unter anderem und da ist die T8 sogar etwas knapp. So wie ich es beurteilen kann, ist die T4 für dich völlig richtig.


    Eine Einrichtung um kleine Bohrer zu schleifen gibt es eben leider nicht zu kaufen. Wenn ich für mich eine mache, kann ich auch mehrere machen. Ich denke da bist Du nicht der einzige mit Interesse. ;) Ich denke da an das Mini-Bohrfutter von Proxxon auf eine Art umschlagbare (180°) Halterung mit Anschlag zu montieren. So sollten auch Bohrer bis runter zu 0.5 mm genau schleifbar werden. Das Futter kostet ein paar Euro, für den Rest habe ich vielleicht noch etwas im Lager. Ich habe da im Netz einmal etwas gesehen auch von einem Modellbauer, der etwas so selbst gemacht hat. Hat mir gut gefallen.

    Herzlich grüsst Martin


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  • Das hört sich auf alle Fälle gut an ... bislang spanne ich in die Proxon eine Trennscheibe ein und dreh unter Lupenkontrolle de Borer mit ein leichen Schwenlk für den Hinterschlif darüber .. links, rechts links rechts ... irgendwann sieht es gleichmässig gut aus ... ist aber nervig. Ich wart mal ab, was du da baust - eine Vorrichtung habe ich noch nirgens gesehen.

  • Hallo zusammen


    Ich habe im Internet das Werkzeug nicht mehr gefunden, welches ich einmal als mein Vorbild geplant hatte, um sehr kleine Bohrer zu schleifen. Ich hätte es sowieo nicht ganz gleich gemacht und kann Euch hier in etwa meine Werkzeug-Idee in der Funktion aber nicht in der Ausführung zeigen.


    Unter diesem Link findet ihr auf Seite 51 eine Funktionserklärung für die Artikelnummer B900500849: https://www.spreitzer.de/pdf_d…werkzeugbau_kontrolle.pdf


    Ich stelle mir genau so etwas vor mit einem Minibohrfutter (z.B. Proxxon) welches annähern spielfrei gelagert und einfach um 180° umklappbar ist, fertig. So wird die Genauigkeit der Winkel sichergestellt. Auch für die Bohrerposition können Hilflinien graviert werden. Das ganze natürlich mit einem Federanschlag in der Schleifachse positioniert. Dies würde auf dem Prinzip der grösseren Bohrerschleiflehren aufbauen und deshalb selbsterklärend sein. Der Schlief wird so zwar einfach und schnell, aber nicht 100% optimal gemacht werden können, aber was bei dieser Grösse (oder Kleine), wesentlich wichtiger ist, ist das die Schneiden gleich lang sind, und auch die Winkel alle gleich sind, dies bewirkt eine sehr gute Kräfteverteilung am Bohrer und wird nicht gleich abbrechen.

    Mit diesem Werkzeug sehr universell weil ein Dreibacken-Futter einen grossen Spannraum hat und für alle Bohrer reicht. Somit: Bohrer sauber im Futter einspannen mithilfe der gravierten Linien, Werkzeug einlegen und den Anschlag einstellen, 1 Seite Schleifen, 180° drehen und 2te Seite schleifen, fertig. Ich schätz man könnte Bohrer von 0.4 - 2.5 mm damit sehr schnell und zuverlässig schleifen. Was meint ihr Dazu? Versteht ihr was ich meine, wie es funktionieren soll?

    Herzlich grüsst Martin


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  • Nun also der Nachtrag zum Bohrer schleifen .... vor einigen Tagen kam der Karton mit der Schleiflehre an. Das macht schon eine ganz ordentlcihen EIndruck, wenn man auspackt:


    Bohrschleif1.jpg


    Besonders angenehm finde ich vernünftige gedruckte Bedienungsanleitungen!

    Also, frisch ans Werk .. Tormek betont übrigens in jedem 2. Absatz, das der mit dieser Schleiflehre erreichte 4-Facetten-Schliff der einzig wahre und gute sei ... sei's drum. Ich kann es nichht beurteilen. Nur eins ist sicher: Scharf ist gut, stumpf ist schlecht....

    Zunächst muss die Haltestange im richtigen Abstand justiert mit der mitgelieferten Einstellhilfe werden:


    Bohrschleif4.jpg


    Dann kann man mit der gleichen Justierplatte den Freiwinkel für die Schneide einstellen.


    Bohrschleif5.jpg


    Anschließend wird der Bohrer in die Werkstückaufnahme eingespannt - dazu gibt es einen Anschlag auf der Schiebeplatte, auf der auch der Spitzenwinkel eingestellt wird.


    Bohrschleif6.jpg


    Dann wird selbiger Halter auf die Führungsschiene gelegt und der Bohrer bis kurz vor den Stein gefahren. Dazu sind die im vorigen Bild sichtbaren Schräubchen P und S da.


    Bohrschleif7.jpg


    An der Einstellspindel dann ca 0,5 mm runter drehen und los geht's .... Der Halter wird immer um 180 Drad gedreht bis beide Seiten geschliffen sind - die zentrierte Spitzer ergibt sich dabei von selbst.

    Ähnlich kleinschrittig wird dann der Hinterschliff eingestellt. Das Ergebnis meiner ersten beiden Verscuche sieht so aus:


    Bohrschleif8.jpg


    Bohrschleif9.jpg


    natürlcih dauert das ganze etwas - aber bei größeren Bohreren lohnt sich das auf jeden Fall - man kann bis zu 22mm spannen. Allerdings trägt so ein langsamer Wasserstein langsam ab - bei sehr grob vergnaddelten Bohrern evtl erst mal am einfachen Doppelschleifer vorarbeiten. Nachschleifen geht da fixer. Man wird auch sehr viel schneller, wenn man ein wenig Gefühl dafür hat.

    Ich glaube freihhändig bekommt man das nicht so präzise hin ... Ich jedenfall auf keine Fall

  • Bis man alle Lehren beherrscht und deren Tücken etwas kennt, braucht es ein wenig Übung! Du wirst jedoch daran viel Freude haben und immer sehr gut geschliffenes Werkzeug! Du wirst auch froh sein das Original gekauft zu haben und nicht irgendeine Kopie! :thumbup::thumbup:

    Herzlich grüsst Martin


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  • Wie weit geht denn so ein Gerät nach unten (auf den Bohrerdurchmesser bezogen)?

    Wenn auch sicher nicht so präzise, traue ich mir zu "brauchbare Bohrer" von 5mm an aufwärts, von Hand zu schleifen, aber unter 5mm hört's dann auf.... 8)

    Bei 2-3 mm ist fertig. Ich bin da eben auch etwas dabei am konstruieren, um bis auf 0.4 mm runter zu kommen. Bei praktisch allen Bohrerschleifer ist bei 2-3 mm fertig.

    Herzlich grüsst Martin


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  • Daytona228 Hallo AMrtin, wie wäre es denn mit einem Reduziereinsatz? zB so ein Spannzangenset von Proxxon als Haltevorrichtung in den Werkstückhalter eingesetzt ... Wäre das nicht eine Idee? Ich muss mal meine Schubladen durchforsten, ich glaube, ich habe mir mal so etwas gekauft ... ansonsten habe ich mit Bohrern unter 1mm Freihand an der Proxxon Trennscheibe häufig Erfolg ... ordentliche Vergrößerungsbrille ist aber notwendig. Da fände ich eine Vorrichtung zum einspannen des Handstücks mit Hilfslinien hilfreich, habe aber bislang keine Zeit gehabt mich damit auseinander zu setzten. Ein untergelegtes Geodreieck ist halt nicht wirklcih präzise um 2x den gleichen Winkel zu treffen.

    Vielleicht ist aber auch der umgekehrte Weg sinnvoll: Bohrer einspannen und einen Handschleifstein (Arkansas oder so) mit einer Orientierungshilfe am Bohrer vorbei ziehen .... so schleife ich enige kleine mikrochirurgische Instrumente. Der Gedanke kam mir in diesem Moment ...

  • Daytona228 Hallo AMrtin, wie wäre es denn mit einem Reduziereinsatz? zB so ein Spannzangenset von Proxxon als Haltevorrichtung in den Werkstückhalter eingesetzt ... Wäre das nicht eine Idee? Ich muss mal meine Schubladen durchforsten, ich glaube, ich habe mir mal so etwas gekauft ... ansonsten habe ich mit Bohrern unter 1mm Freihand an der Proxxon Trennscheibe häufig Erfolg ... ordentliche Vergrößerungsbrille ist aber notwendig. Da fände ich eine Vorrichtung zum einspannen des Handstücks mit Hilfslinien hilfreich, habe aber bislang keine Zeit gehabt mich damit auseinander zu setzten. Ein untergelegtes Geodreieck ist halt nicht wirklcih präzise um 2x den gleichen Winkel zu treffen.

    Vielleicht ist aber auch der umgekehrte Weg sinnvoll: Bohrer einspannen und einen Handschleifstein (Arkansas oder so) mit einer Orientierungshilfe am Bohrer vorbei ziehen .... so schleife ich enige kleine mikrochirurgische Instrumente. Der Gedanke kam mir in diesem Moment ...

    Ich habe mir die Sache mit Spannzangen auch einmal überlegt, das Problem ist, das du mehrere Spannzangen brauchst und auch da wird es unter einem Millimeter eng. Mit einem Minibohrfutter hätte ich alle Spannbereiche in einem. Ich habe diese Woche einmal ein neues Proxxon-Bohrfutter versucht und ausgemessen. Der Rundlauf ist grenzwertig. Ich kann keine 0.4 mm Bohrer schleifen wenn das Futter 0.15 mm unrund läuft.


    Und ja, solche kleinen Bohrer muss man mit Lupe schleifen. Dazu am besten die Schleifscheibe auch noch von Hand drehen! Da braucht es ganz wenig! Ich bleib mal dran vielleicht kommt ja noch eine Idee, gut Ding braucht manchmal Weile

    Herzlich grüsst Martin


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  • Hallo zusammen


    Das Thema kleine Bohrer schleifen ist tatsächlich nicht so einfach. Ich habe heute anhand der Blechexpo in Stuttgart mit der Firma Kaindl gesprochen. Ich selbst habe eine Kaindl-BSG20 und bin eigentlich sehr gut zufrieden damit, doch eben endet es hier auch bei 2-3 mm Bohrerdurchmesser. Der Schliff mit der Kaindl ist durchaus mit dem 4 Facetten-Schliff mit der Tormek qualitativ vergleichbar. Mit der Kaindl bin ich einfach sehr viel schneller.


    Der freundliche Herr der Firma Kaindl hat mir bestätigt, dass es eigentlich keine Schleifmaschinen für sehr kleine Bohrer am Markt gibt mit der einzigen Ausnahme der Meteor. Die Meteor-Schleifmaschine für Minibohrer ist jedoch sehr professioneller Industriestandard und "unbezahlbar" und ich mache deshalb hier diesbezüglich keine weiteren Ausführungen. Dies deckt sich zu 100% mit meiner sehr ausgiebigen Recherche zu diesem Thema.


    Wir haben jedoch die Problematik angesprochen und ich habe meine Idee diesbezüglich an den Mann gebracht. Die Idee habe ich weiter oben grob mal aufgeführt. Grundsätzlich ist meine Idee, dies explizit im Zusammenhang für den Modellbau und im Wissen, dass der Schliff nicht 100%ig sein wird, jedoch gut angekommen.


    Wir haben dann noch über die Schliffart gesprochen. Ich war der Ansicht, das es vermutlich ausreicht bei den kleinen Bohrer nur 2 Flächen zu schleifen, doch hier hat man mir widersprochen und auf den 4 Facettenschliff geraten. Ich denke nach wie vor solange in Kunststoff gebohrt wird, spielt es keine Rolle, ist es jedoch Metall, denke ich ist der 4 Facettenschliff vermutlich besser. Den 4 Facettenschliff hat Kai oben beschrieben und wird in der Bedienungsanleitung der Tormek-Anleitung gut erklärt.


    Ich werde sobald ich Zeit habe, meine Idee mal verständlich im CAD zeichnen. Mit dem kleinen Proxxonfutter, wäre diese Schleiflehre für ein paar Euro umsetzbar. Klar ist jedoch, dass ohne zusätzliche Lupe nicht viel zu machen ist und es wird eine sehr feine Arbeit bleiben, die Ruhe und Konzentration voraussetzt.

    Herzlich grüsst Martin


    Ich komme aus Ironien. Das liegt am sarkastischen Meer :saint:

  • Also ich Schleife Bohrer jetzt über 30 Jahre HM und HSS von Hand (von 0,8 bis ca 6 mm) und eine 4 Facettenschliff ist meiner Meinung nach nicht unbedingt nötig .
    Wie das bei größeren Durchmessern aussieht kann ich aber nicht beurteilen .
    Was man braucht ist eine gute Schleifmaschine, die Tormek dreht zwar für die Art wie ich Schleife ein wenig langsam aber ich denke mit ein wenig Übung bekommt das jeder hin, da Bohrer bis 1mm oder kleiner von Hand zu Schleifen,
    Vor überhitzen braucht man bei der Maschine auf jeden Fall keine so große Sorge haben , Wasserbad und angenehme Umdrehung, gleich bessere Kontrolle .

    Das Glück ist das Einzige, das sich verdoppelt wenn man es teilt .
    Gruß Karlheinz :D


    Alle von mir gemachten Bilder stehen unter CC0  88x31.png

  • Also ich Schleife Bohrer jetzt über 30 Jahre HM und HSS von Hand (von 0,8 bis ca 6 mm) und eine 4 Facettenschliff ist meiner Meinung nach nicht unbedingt nötig .
    Wie das bei größeren Durchmessern aussieht kann ich aber nicht beurteilen .
    Was man braucht ist eine gute Schleifmaschine, die Tormek dreht zwar für die Art wie ich Schleife ein wenig langsam aber ich denke mit ein wenig Übung bekommt das jeder hin, da Bohrer bis 1mm oder kleiner von Hand zu Schleifen,
    Vor überhitzen braucht man bei der Maschine auf jeden Fall keine so große Sorge haben , Wasserbad und angenehme Umdrehung, gleich bessere Kontrolle .

    Ja, Karlheinz, wenn Du die Bohrer von Hand schleifst, gehe ich davon aus, dass du die Drehbewegung machst! Dann braucht es nie einen 4 Facetten-Schliff. Die Kaindl macht dies auch, deshalb muss ich es da auch nicht machen. Die Tormek hingegen schleift eine Fläche und dazu noch mit dem Radius der Schleifscheibe im Negativen, deshalb der 4 Facetten-Schliff. Ich habe die Bohrer auch sehr lange alle von Hand geschliffen und für den geübten, der um die Geometrie bescheid weiss geht das schon. Mit den ganz kleinen Bohrer (unter 2mm) hatte ich jedoch immer so meine Mühe.

    Herzlich grüsst Martin


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  • Martin mein Vorteil liegt da halt im beruflichen Umfeld ,da schleifst du schon im Reflex einen Bohrer nach wenn er ein wenig drückt .

    Und nicht zu vergessen, die Qualität der Bohrer spiel auch noch eine sehr große Rolle !
    Da kann man auch entscheiden ob es sich überhaupt lohnt anzuschleifen .

    Das Glück ist das Einzige, das sich verdoppelt wenn man es teilt .
    Gruß Karlheinz :D


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  • @AgentK ... da kommt mir eine Idee - können unserer 3-D Spezialkonstrukteure nciht mal deine genormte Hand computerisieren und dann druckst du allen Fans deiner Schelifkunst einfach deine Hand aus - und wir haben alle super Hand-geschliffene Bohrer? Eine zweite Variante noch mal runterskaliert, ca 1:5 - und es klappt endlich mit kleine Bohrern!!!

    Falls da irgendwer Schwierigkeiten sieht - vlt führt ja Martins Ansatz doch noch zu einr Lösung ... auf alle Dank für eure regen (An-)teilnahme hier - in Kunsststoff reicht einseitig geschliffen definitiv, bei Zinkdruckguss auch ... meien Erfahrung

  • Martin mein Vorteil liegt da halt im beruflichen Umfeld ,da schleifst du schon im Reflex einen Bohrer nach wenn er ein wenig drückt .

    Und nicht zu vergessen, die Qualität der Bohrer spiel auch noch eine sehr große Rolle !
    Da kann man auch entscheiden ob es sich überhaupt lohnt anzuschleifen .

    Definitiv ist das so! Ich kann jedoch nicht davon ausgehen, dass hier im KMF jeder so viel Ahnung davon hat wie wir beide. Bei mir in der Firma liegen halt plötzlich mal 40-50 Bohrer rum zum Schleifen, da vergeht dir das Handschleifen und das Nachschleifen sowieso. Da ich es hasse, wenn die Bohrer nicht schneiden, ist das Bohrerschleifen Chefsache! :(


    Wie Du sagst, wenn du Bohrer schleifen kannst, ist dies wie im Reflex, wenn du mit der Thematik nicht vertraut bist, ist Bohrer schleifen schon eine recht komplexe Sache. Ich schleife heute nur noch von Hand nach, wenn es wirklich heikel ist und ich z.B. sehr dünnes Blech bohren muss oder das Material es allenfalls erfordert (Bronze/Messing)

    Herzlich grüsst Martin


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  • Hallo zusammen


    Die vorangegangen Beiträge werden dem Laien nicht viel Aufklärung geben und ich möchte deshalb hier die oben besprochenen Unterschiede zum Thema Bohrer schleifen verständlich machen. Ein Bohrer und deren Schliffe, von denen es unzählige gibt, sind enorm komplex und der Teufel liegt im Detail. Je nachdem wie ich ein Bohrer schleife, kommt Freude auf oder eben auch nicht!


    Ich möchte hier nicht ausschweifend werden, sondern nur die zentralen und wichtigen Unterschiede vom 2 Facetten-Schliff (Standard) und dem 4 Facettenschliff im Zusammenhang mit der Tormek erläutern, so dass jeder den Unterschied versteht und im Beitrag folgen kann.


    Grundsätzlich wird ein Bohrer zum schärfen an der Freifläche geschliffen und der daraus resultierende Freiwinkel ist enorm wichtig für das Bohrverhalten. Um den Unterschied wirklich zu verstehen, muss die Schneide vom Bohrer normal (rechtwinklig) zur Schneide betrachtet werden. Dazu zuerst die "ideale" Bohrerdarstellung. Diesen Schliff erhalte ich, wenn ich den Bohrer gerade an die Seite der Schleifscheibe halten würde. Dies ist jedoch nicht optimal und wird deshalb kaum gemacht.


    Bohrer_01.jpg


    In der Industrie wird der Bohrer durch eine Wipp-/Drehbewegung am Schleifscheibenumfang geschliffen und es ergibt sich ein 2 Facetten-Schliff der sehr optimal ist. Dieser Schliff, kann mit viel Übung von Hand durchgeführt werden oder aber mit industriellen Bohrerschleifmaschinen, welche jedoch relativ teuer bis sehr teuer sind. Wir erhalten dadurch eine sehr starke und optimale Schneide mit einem sehr guten Bohrverhalten. Betrachten wir diesen Schliff etwas genauer, sieht er wie folgt aus:


    Bohrer_02.jpg


    Einfachere Schleifmethoden verzichten auf die Kipp-/Drehbewegung und der Bohrer wird lediglich gerade an den Schleifscheibenumfang geführt. Führt man nun diesen Schliff ebenfalls nur als 2 Facettenschiff aus, wird die Schneide selbst geschwächt und das Bohrverhalten wird schlecht. Der Bohrer neigt zum Haken. Bei sehr kleinen Bohrer kann ein Haken auch gleich das Brechen des Bohrers bewirken. Dazu kommen weiter Nachteile und unangenehme Eigenschaften. Dies sieht dann bei genauer Betrachung so aus:


    Bohrer_03.jpg


    Um die negativen Eigenschaften zu eliminieren wird hier der 4 Facetten-Schliff gemacht. Damit wird auch die Schneide wieder gestärkt und das Bohrverhalten verbessert, so dass der Schliff ebenfalls sehr optimal wird. Der 4 Facettenschliff hat generell den zusätzlichen Vorteil, dass das Anbohren besser geht und Gefahr des Verlaufens reduziert wird, weiter wird der Schneiddruck reduziert. Die Schneide sieht dann so aus:


    Bohrer_04.jpg


    Der 4 Facettenschliff ist aufwendiger von der Zeit her gesehen, die benötigten Einrichtungen zum Schleifen sind dafür einfacher und billiger. Die Bohrerleistung und Schliffvariationen zwischen den industriellen 2 Facettenschliff und dem 4 Facettenschliff mit der Tormek o.ä. sind jedoch absolut vergleichbar und von hoher Qualität. Nur der 2 Facettenschliff ohne die Kipp-/Drehbewegung ist wie oben gezeigt nicht optimal!


    Einen Bohrer wirklich sauber von Hand zu schleifen, was definitiv die billigste Variante ist, ist recht anspruchsvoll und bedingt viel Übung und Verständis, da in dieser Situation mehrere Winkel gleichzeitig im Auge bleiben müssen!! Mit einer Schleifhilfe und dem richtigen Detailverständnis kann auch ein Anfänger sehr gut Bohrerschliffe erzielen.

    Herzlich grüsst Martin


    Ich komme aus Ironien. Das liegt am sarkastischen Meer :saint:

  • Ich kann Martins Aussage:

    Einen Bohrer wirklich sauber von Hand zu schleifen, was definitiv die billigste Variante ist, ist recht anspruchsvoll und bedingt viel Übung und Verständis, da in dieser Situation mehrere Winkel gleichzeitig im Auge bleiben müssen!! Mit einer Schleifhilfe und dem richtigen Detailverständnis kann auch ein Anfänger sehr gut Bohrerschliffe erzielen.

    nur voll bestätigen. Ich schleife als Heimwerker nun wirklich selten Bohrer nach. Ich bilde mir ein die verschiedenen Winkel wirklich verstanden zu haben, aber an einem typischen 50,- Baumarkt Nass-Trockenschleifer ist der Ausschuß Anteil einfach frustrierend hoch! Besser wurde es zwar mit einem höherwertigen Nasschleifgerät - aber von den Winkeln zu wissen ist das eine - sie einzuhalten und die MItte zu trefen eine ganz andere Sache. Wer also jede Woche jede Menge Bohrer schleift und einen guten Lehrmeister hat, der ist mit der zeitraubenden Methode Tormek bestens bedient.

    Ich habe etlcihe Leute mit handwerklicher Ausbildung um mich, aber Bohrer schleifen kann von denen keiner.

    Soviel also allen Nachwuchsschleifern ans Herz gelegt. Ein vernünftigern Bohrer kostet auch im Baumarkt etliche Euronen - von daher rechnet sich die Schleiflehre nach einer gewissen Zeit auf jeden Fall. Und wenn der nächst Baumarkt auch noch 15 km entfernt ist, ist es schon nett, den stumpfen Bohrer grad selbst wieder auf Vordermann bringen zu könnnen - und allemal schneller als 30 Km zu fahren und dann noch 3 weitere unnötige Dinge gekauft zu haben ... kennen wir ja alle. Oder kommt ihr mit denau den 5 Schrauben aus dem Baumarkt, wegen der ihr dorthin gefahren seid? Da sind wir auch nicht besser , als unsere Frauen im Schuladen.

  • Genau so ist es Kai! Habe es nicht gewagt so deutlich zu schreiben! ;)


    Natürlich braucht der Umgang mit der Tormek etwas Übung und Erfahrung, ist aber überschaubar. Vielleicht muss man 3-4 mal nach/mit der Bedienungsanleitung schleifen. Doch mit der Tormek als Universalschleifgerät sind erstaunlich gute und professionelle Resultate zu erreichen! (Diese Aussage gilt nicht für ähnliche Billigprodukte) Das beginnt schon bei den Schleifsteinen. Obwohl der Schleifstein langsam läuft, sind die originalen Steine unglaublich abrasiv! Es macht Spass damit etwas zu schleifen!

    Mit dem zusätzlichen Japanstein können auch spiegelblanke und feinste Klingen geometrisch genau geschliffen werden für jeden Qualitätsanspruch. Muss zum Beispiel eine Klinge so scharf sein, das sie kein bisschen mehr reisst, ist dies mit dem Japanstein problemlos möglich! Auch mit dem Abrichtstein (feine Seite) von der Standardscheibe ist eine weitgehend reissfrei Klinge möglich, aber bewusst gewünscht kann auch eine reissende Klinge geschliffen werden (Abrichtstein grobe Seite).


    Ich kann mit der Tormek nahezu alles perfekt schleifen mit einem relativ geringen Lernaufwand, ohne die Gefahren eines Doppelschleifers, ohne mich um die Wärmeentwicklung kümmern zu müssen und für den Laien überschaubar schnell und kontrolliert. Ich denke nicht, das es in diesem Bereich mit dem Preis/Leistungsverhältnis etwas besseres gibt.

    Herzlich grüsst Martin


    Ich komme aus Ironien. Das liegt am sarkastischen Meer :saint:

  • Sehr schön erklärt Martin :thumbup:

    Ich habe etlcihe Leute mit handwerklicher Ausbildung um mich, aber Bohrer schleifen kann von denen keiner.

    Kai das liegt auch an der Ausbildung; mein Ausbilder war da unnachgiebig, damals hätte ich ihn würgen können, heute weiß ich was ich dem Mann zu verdanken habe .
    In den jetzigen Betrieben und wie ich es erlebe, habe ich eher das Gefühl Bohrer sind für viele Wegwerfartiklel.
    Die Bohren ihre Bohrungen und wenn der nicht mehr schneidet nimmt man halt den nächsten .(Logisch kostet mich ja auch kein Geld)
    Wobei ich finde, das selbst angeschliffene Bohrer besser sind ,du kannst sie besser an deine Bohrarbeiten anpassen.

    Und so wir ihr zwei auf die Tormek schwört, werde ich mir die jetzt noch genauer anschauen.

    Das Glück ist das Einzige, das sich verdoppelt wenn man es teilt .
    Gruß Karlheinz :D


    Alle von mir gemachten Bilder stehen unter CC0  88x31.png

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