Ferrari 312 F1 Chris Amon `67/`68 Slotcar Restaurierung

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  • Guten Abend zusammen,


    wie bereits angedroht, starte ich nun den Baubericht zur Restaurierung eines alten Carrera Slotcars in 1:32. Zunächst habe ich den jetzigen Zustand dokumentiert:

    Daher fährt der Bolide nun erst mal in die Werkstatt zur Begutachtung:


    Wie man sehr leicht erkennen kann sind die Decals zum einen nicht stimmig und zum anderen sehr unakurat geklebt sowie teilweise beschädigt. Die Chromteile sind sehr stark abgenutzt, insbesondere die Spiegel und die Attrappe der Hinerachslenker/Ölwanne. Die Karosserie ist im Bereich Ende Cockpit/Anfang Motor, im Unterschied zum Original, ungewöhnlich verbreitert.


    Als nächstes erfolgte die Demontage:


    312-10-1.JPG
    Auf der Habenseite ist zu verbuchen, dass keine Teile fehlen und alle Teile mechanisch unbeschädigt sind.
    Das Motorritzel weist leichte Einlaufspuren auf, das Antriebszahnrad ist in Ordnung, die Reifen dürften wohl ausgehärtet sein.


    312-10-2.JPG
    Die Innenverkleidung, das Krümmerplenum und die Ansaugtrichter werden innen durch thermisch verformte Angüsse gehalten,


    312-10-3.JPG
    genau wie die Spiegel.


    Da wird wohl einiges vorsichtig abzsuschleifen sein um die Teile zu trennen.
    Die Aufgabenliste sieht vor:
    - Karosserie schleifen, lackieren und mit neuen Decals versehen,
    - Auspuffendrohre ansenken, Krümmer und Rohre lackieren,
    - Motorattrappe endchromen und neu lackieren
    - Zündleitungen nachbilden, oder mit Farbe hervorheben (sind auf der Motorattrappe mit dargestellt)
    - Hinerachslenker- /Ölwannenattrappe neu lackieren, Stoßdämpfer und Federn nachbilden
    - Innenverkleidung und Fahrer komplett neu bemahlen
    - Spiegel aufarbeiten
    - Vorderachslenkerattrappe aufarbeiten
    - Chassis aufarbeiten, im Bereich des Getriebs/Differentials auch lackieren
    - Vorderachse aufarbeiten, Felgen lackieren
    - Hinterachse aufarbeiten, polieren und Felgen lackieren und schließlich
    - neue Reifen montieren und alles wieder funktionsfähig zusamenbauen.


    Mir stellt sich nun die Frage welche Version ich als Vorbild nehmen soll:
    #8 GP von Großbritannien `67 -Chris Amon dritter Platz-,
    #8 GP von Deutschland `67, -da sitzt die Startnummer schräg auf dem Bug (gefällt mir nicht so)-,
    #2 GP von Italien `67 -mit roten Staudruckkästen auf den Ansaugtrichtern- oder,
    #8 GPvon Südafrika `68 -mit ersten Sponsoraufklebern-.


    Was meint Ihr, welche Version sollte es werden?
    Ich hoffe sehr auf die hier versammelte Fachkompetenz und bitte ausdrücklich um Vorschläge und Meinungen, insbesondere was die Beschaffung von brauchbaren Decals in 1:32 angeht und -ich fürchte- auch bei der Lackierung benötigeich ich Eure geschätze Unterstützung.


    Mit den besten Grüßen aus der Ferrari-Werkstatt
    Euer Frank


    P.S. @Boris66 ich hoffe Du bist nicht böse weil ich mir den Werkstattbackground bei Dir abgeguckt habe!

  • Ich schließe mich Bernd's Meinung an, die italienische Variante wäre mein Favorit. Nach Decals in 1:32 hatte ich noch nie geschaut, keine Ahnung wie da der Zubehörmarkt ausschaut. Aber auch so wird das eine Herausforderung Frank. Wenn Du die Karosserie runter schleifst, sind ja z.B. auch alle Nieten weg. Willst Du die dann wieder nachbilden? Ich schau auf jeden Fall mal gespannt zu. :thumbup:

  • Hallo Micha,


    ich will versuchen die Nieten trotz Schleifens zu erhalten, wenn´s nicht gelingt muss Plan B her! Ach und die Bugflügelchen müssen auch dran glauben.
    Die Motorattrappe stellt den Vierventiler da, da fällt Britannien schon mal raus. In GB hat Ferrari definitiv noch den Dreiventiler eingesetzt, wie ich jetzt weiß.
    Die weitere Recherche läuft!


    Beste Grüße
    Frank

  • So kleines UpDate!


    der Vierventiler wurde erst ab dem GP Italien 1967 eingesetzt. Dann wurde der 312, optisch quasi unverändert, bis zum spanischen GP 1968 verwendet. Zum GP Spanien bekamen die Fahrzeuge eine neue Nase. Es bleiben also folgende Versionen übrig:


    #2 GP Italien `67 -mit roten Staudruckkästen- Chassis Nr. 0007
    siehe Monza 1967, das Chassis Nr. 0007 hat übrigens überlebt.


    #9 GP USA `67 -mit schräger Frontnummer-
    siehe Watkins Glen 1967 und besonders hier.


    #9 GP Mexico `67 -mit gerader Frontnummer-
    siehe Autódromo Hermanos Rodríguez 1967.


    #8 GP Südafrika `68 -mit kleinen Sponsorenaufklebern-
    siehe Kyalami 1968.


    Bernd und Micha plädieren ja für #2 Italien -aber ich muss mir dann diese hämdsärmeligen Staudruckkästen schön trinken! :D


    An Decals habe ich folgendes gefunden
    Indycals (USA) hat auch Reifen-Decals.


    oder


    Pattosplace (Australien) hat ebenfals Reifen-Decals aber nur mit sehr schlechten Bildern.


    Was haltet Ihr davon, bzw. sind jemandem hier diese Anbieter bekannt?


    Beste Grüße
    Frank


    EDIT: Gibt´s `nen Trick um die Links ordentlich zu formatieren?
    EDIT2-6: Hab die Links neu formatiert, sah ja schrecklich aus :D . Danke nochmals an @Honigtau!

  • Moin Frank


    Für die Italia-Variante kann ich mich immer noch am meisten erwärmen, trotz oder gerade wegen der Staudruckkästen ^^ . Von der Optik her würden die Indycals-Decals gut passen, nur ob die was taugen kann ich nicht sagen da ich diesen Hersteller bis dato noch nicht kannte. Letztendlich bleibt es aber deine Entscheidung welche Variante entsteht :) .


    Bernd

  • Frank, wenn Du ein Wort markierst und oben auf das Linksymbol (das erste in der vierten Gruppe der unteren Reihe) klickst, geht ein Editor Fenster auf, in dem Du den eigentlichen Link reinkopieren kannst. Dargestellt als Link wird dann aber das ursprünglich markierte Wort.

  • Hallo Frank,


    warum sollte ich dir böse sein? Ist doch schön wenn man Anregungen geben kann
    die übernommen werden. Deine Mechaniker sind wenigstens nicht so Blut leer wie meine. :thumbsup:


    Schöne Idee uns hier eine Restauration zu zeigen.


    Gruß Boris :)

  • Hallo Modellbauer,


    ein kleines bisschen konnte ich heute doch noch weitermachen.


    312-10-04.JPG
    Die Angüsse der Innenverkleidung wurden vorsichtig abgefräßt.
    Trotzdem ist rechts unten eine Ecke des hauchdünnen Kunststoffes bei der Demontage abgebrochen.
    Überhaupt sind die Kunststoffteile sehr spröde und besitzen fast keine Flexibiltät mehr.


    312-10-05.JPG
    Dann waren die Angüsse der Spiegel an der Reihe.
    Dabei ist zum Glück alles heil geblieben.


    312-10-06.JPG
    Als nächstes wurden die kleinen Frontspoiler abgesägt.


    312-10-07.JPG
    Danach habe ich die Karosserie poliert.
    Alle Kratzer auf der rechten Seite konnten damit beseitigt werden.
    Nur die Trennstelle (wo der Flügel saß -gelber Kreis-) muß gefüllert und geschliffen werden.


    312-10-08.JPG
    Das gleiche Bild auf der linken Seite.
    Nur ein Kratzer (gelber Kreis unter der Startnummer) konnte nicht komplett auspoliert werden
    - aber ich denke Füllern reicht auch hier.


    312-11-01.JPG
    Aus selbstklebender Alufolie hab ich eine Stabilisierung für die Innenverkleidung geschnitten.


    312-11-02.JPG
    Die Alufolie wurde von innen eingeklebt und


    312-11-03.JPG
    auf dieser von außen die abgebrochene Ecke wieder befestigt.
    Noch ein wenig spachteln, dann ist der Schaden behoben.


    312-12-01.JPG
    Im weitern hab ich mir schon einmal die Hinterachse vorgenommen,


    312-12-02.JPG
    gereinigt und vorpoliert.


    312-12-03.JPG
    Wie man auf dieser Zeichnung gut sehen kann hat die Hinterachse eine zu große Spurweite.
    Die Spurweite selbst möchte ich nicht ändern, da bei einer Verkleinerung die Fahrstabilität leiden würde.
    Bei Montage der Hinterreifen mit Mittelsteg wird die Spur aber nochmals breiter.
    Um das zu Vermeiden versuche ich Hinterreifen mit Steg näher an der Außenseite aufzutreiben (früher gab´s so etwas mal)


    Die Karosserie muß nur in den genannten Bereichen gefüllert und geschliffen werden, beim Rest reicht ein leichtes anrauen, so das die Nieten nicht zu sehr leiden werden. Dazu muß ich aber die alten Decals schonend entfernen. Beim Polieren sind zwar weitere Teile der Decals mit abgegangen, aber der Rest sitzt ziemlich fest. Hat jemad eine Idee, wie ich die Decals schonend herunter bekomme?


    Mit besten Grüßen
    Frank




  • Moin Frank,
    sei Vorsichtig mit irgendwelchen Lösemitteln.
    Die Karosse ist sehr alt und früher war der Kunststoff nicht so UV stabil und somit einiges brüchiger als moderne Kunststoffe (komme aus der Branche)
    Versuch lieber die Decals irgendwie neu zu bekommen und schleif diese vorsichtig mit Nassschleifpapier ab.
    Lösemittel können dafür sorgen das dir die Karosse beim weiteren bearbeiten "zerbröselt"

  • Hallo zusammen,


    @autopeter Peter, die Decals dürfen getrost zerstört werden. Die sind sowieso nicht korrekt und es kommen dann eh neue zum Einsatz. Mit "schonendem" entfernen meinte ich schonend für die Karosserie. :)
    bernd kaags danke für den Tipp Bernd, aber das mit dem Klebeband hab ich bereits ohne Erfolg durchexerziert!
    @Calimero100 Dein Einwand, Michael, ist mehr als berechtigt, habe bereits festgestellt, dass der Kunststoff sehr unflexibel und spröde ist. Beim testweisen entchromen der Vorderachslenkerattrappe (Bachofenreiniger) hat sich bereits ein "Lenker" verabschiedet. Da werde ich wohl ein Ersatzteil auftreiben müssen und die anderen Chromteile nur anschleifen. Die Decals an der Karosserie sollte ich also vermutlich doch besser nass herunterschleifen.


    Vielen Dank für Euren Input! :thumbup:


    Beste Grüße
    Frank

  • aber das mit dem Klebeband hab ich bereits ohne Erfolg durchexerziert!


    Da sind die Decals echt hartnäckig :S . Oder dicker mit Klarlack überzogen als an den Stellen an denen sich die Decals schon verabschiedet haben :/ . In Chemie werfen würde ich die Teile keinesfalls, selbst das Backofenspray hat bei alten Teilen eine zerstörerische Wirkung wie du ja bereits festgestellt hast. Für neue Sachen zum entchromen ist Bos (Backofenspray) dagegen geeignet, dafür benutze ich das auch immer, aber für Altteile niemals nicht :no: .


    Bernd

  • Wenns ohne Chemie gehen soll sind die Mittel arg begrenzt, schleifen oder in Spüliwasser ein paar Tage liegen lassen.
    Wenn die Decals überlackiert sind und das nehme ich an, wirst du ums schleifen nicht herumkommen .

  • Hallo zusammen,


    da ich im Augenblick eh wenig Zeit habe kann es ja nicht Schaden die Karosserie ein paar Tage in Spüliwasser zu lagern, danach werden wir sehen!


    Vielen Dank an Euch alle für die Ratschläge und
    Beste Grüße
    Frank

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