Nordische Jacht Gjoa

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      Nordische Jacht Gjoa

      Hallo Freunde, genau wie Patrick, baue ich nun auch eine Goja. Eine Bausatzvorstellung gibt es hier: modellbauforum-koeln.de/index.…ische-Jagt-GJØA-von-1872/
      Ich werde versuchen, so gut es geht, einen Schritt für Schritt-Baubericht zu verfassen, Tipps geben zum Bau, Material und Werkzeug,
      etwas Erfahrung hab ich ja, baute auch schon manches Holzmodell. Auch werde ich etwas von der Bauanleitung abweichen, zB. wird
      es eine Zweitbeplankung geben, auf die ich dann auch etwas genauer eingehe um Patrick bei seiner Goja zu unterstützen.
      So, genug geschwafelt, ihr wollt ja Bilder sehen und los gehts erstmal mit dem Bausatzbild, damit ihr wisst, wie es später aussehen sollte.

      Ich baue prinzipiell jedes Holzmodell auf einer Helling, denn nicht nur der Erbauer arbeitet, auch das Holz steht ihm in nix nach, wie man hier sieht.
      Der "falsche Kiel" ist leicht verzogen und kann soo nicht beplankt werden, unsere Matrosen müssten da den "Elchtest" erst bestehen.


      Nun verlängere ich als erstes den Verlauf der Spanten auf den "falschen Kiel".



      Nun der Bau der Helling selbst. Diese muss nicht schön aussehen, sondern nur ihren Zweck erfüllen und der ist, meinen Kiel gerade in einer
      Linie zu halten.



      Um den benötigten Mittelabstand zu erhalten, nimmt man am besten den Holzrest der Kielplatte.



      Sieht doch schon mal gerade aus ...



      ... und eine Klemmprobe zeigt dies auch.



      Nun könnte man denken, ahhh jetzt gehts los, Emma rühr den Leim an, nee, weiter geht es mit den Vorbereitungen. Da ja die Teile mit dem
      Laser ausgeschnitten werden, bilden sich Brandspuren und die verringern die Klebefähigkeit unseres Holzleim. Also heißt es nun, Emma bring
      mir Schmirgelpapier.



      Nachdem wir nun auch die Spanten etwas gesäubert haben, geht es immer noch nicht ans kleistern, denn diese setzen wir erstmal zur Probe
      ein.



      Und nun erklärt sich auch, warum ich auf der Helling keine durchgehenden Leiten aufgebracht hab, manche Spanten liegen auf dem Helling-
      brett auf, da wär ne Leiste nur im Weg.

      So, warum nun die Spanten nur zur Probe einsetzen? Obwohl die Teile ja computergesteuert mit dem Laser geschnitten werden, ist die keine
      Garantie, das auch alles auf Anhieb passt. Da leg ich doch lieber erstmal ne Leiste auf und siehe da, sie hat nicht überall Kontakt.



      Ja und die Schuldigen sind schnell entdeckt, Spant 8 und 9 passen nicht richtig. Merken wir dies erst nach dem Verleimen, naja ...



      Gut, also bissl ausbessern und nun kann man zufrieden sein.



      Aber nun können wir den Leimtopp ausgraben! Alle Spanten raus und wir beginnen den ersten Spant zu verleimen. Hier rate ich immer, erst
      mal nur leicht anheften und noch nicht so richtig verkleistern. Und damit wir unsere Matrosen nicht doch noch mit dem Elchtest drohen müssen,
      immer schön auf den rechten Winkel zum Kiel achten.



      So, das wars nun erstmal für heute, ich hoffe, ich hab euch etwas neugierig gemacht.
      Es grüßt Euch der Frank aus Leipzig
      Skype: Rentner763
      Auch ich bin natürlich mit von der Partie, so wie frank bereits sagte werde ich ab dem Zeitpunkt "Zweitbeplankung" parallel mitmachen...meinen Bericht kennt Ihr ja und auch das ich da auf absolutem Neuland bin...Frank Dir vorab vielen dank für die Vorlagen in deinem Bericht :thumbup:
      ^^ LG PATRICK ^^
      Im Bau: Messerschmitt BF109G6 in 1/32, Holzschiff "Gjoa"
      Rollout: Tamiya Alfa Romeo 155 DTM 1994, in 1:24, F-104G Starfighter, in 1/48


      Ich freu mich echt, das soo viele dabei sind, spornt richtig an, gleich nach der Arbeit weiterzumachen.
      Als erstes kamen der Heckspant dran, der Innensteven ( das dunklere Holz am Bug), sowie die Bugver-
      stärkung.



      Nun war wieder Fleißarbeit angesagt, alle Übergänge vom falschem Kiel zu den Spanten müssen geglättet werden ...



      ... der Heckspant für das Deck in Richtung geschliffen werden.



      Und sind wir beim Deck. Diese Teile sind nicht gelasert sondern gestanzt ...



      ... und natürlich nicht durch.



      Da muss man schon etwas vorsichtiger mit dem Skalpell nachschneiden. Aufgefallen wird wohl sein, die Platte ist ganz schön verzogen und
      das Deck sieht nun so aus.



      Hier ist natürlich klar, Geduld ist angesagt, denn in einem Ruck kann man das Deck nicht verkleben. Also hab ich mich dazu entschieden, das
      Deck erstmal nur stückchenweise auf dem falschem Kiel zu verkleben, um nicht noch mehr Spannung zu erzeugen, als jetzt schon im Deck
      vorhanden. Kleine Nägel helfen bei der Befestigung nach.



      Bei der Gelegenheit leime ich die Stöße nach aber immer nur so weit, wie das Deck schon aufliegt.



      Mal noch was zu nageln: nicht das man da mit dem Hammer loslegt, zumal die Nägel mit paar mm Länge nicht grad als daumenfreundlich
      gelten. Ich verwende so einen Nagelhalter, ok, der hatt schon paar Jahre auf dem Buckel.

      PC070001.JPG

      Bestandteil ist eine Messinghülse, in deren Öffnung man den Nagel steckt.

      PC070002.JPG

      Nun an die zu nagelnde Stelle mit der Spitze anlegen. Drückt man nun auf den Griff, schiebt sich die Messinghülse zurück und ein Dorn treibt
      den Nagel ins Holz. Ideal ist auch, der Dorn ist magnetisch, so fällt der Nagel beim ansetzen nicht aus der Hülse.

      PC070004.JPG
      Es grüßt Euch der Frank aus Leipzig
      Skype: Rentner763

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Dicker“ ()

      marjac99 schrieb:

      Wo gibt es so ein Teil zu kaufen? Das ist ja genial, hab ich noch nie gesehen.


      Heute sehen die so aus, arbeiten aber mit dem gleichem Prinzip. ebay.de/itm/Artesania-Latina-0…-Eindrucker-/372510162900
      Es grüßt Euch der Frank aus Leipzig
      Skype: Rentner763
      Ja Karlheinz, das kann man machen, am besten mit Wasserdampf. Man könnte das Deck auch wässern, doch bin ich da
      vorsichtig, da es sich doch um qualitativ einfaches, dünnes Sperrholz handelt, was schnell aufquellen kann und aus der
      Form kommt.
      Es grüßt Euch der Frank aus Leipzig
      Skype: Rentner763
      Hallo Freunde, ich hab nun das Deck ohne Wasserdampf aufgebracht, aber der Reihe nach.
      Als erstes hab ich ja das Deck nur für längs auf dem falschem Kiel verklebt.



      Nun ging es an das verkleben an den Spannten. Damit die Nägelchen die ganze Spannung nicht allein bewältigen müssen, hab ich sie mit
      Tape etwas entlastet.





      Nicht zu vergessen, die Stöße nochmals ordentlich nachleimen. Da ich diese Schritte noch heut früh vor der Arbeit schaffte, konnte alles
      schön durchtrocken und ich konnte nun das Tape beruhigt entfernen. Und siehe da, Deck sitzt.





      Als nächstes folgt nun das Straken. Was das bedeutet, da gehe ich morgen drauf ein, für heut liegen nur noch Vorbereitungen an.
      Es grüßt Euch der Frank aus Leipzig
      Skype: Rentner763
      Prima Frank bis hier hin hab ich es genau so gemacht...zum Hämmern habe ich einen 50g Hammer gekauft...die Nagelhilfe ist aber ne tolle Sache :thumbup:
      ^^ LG PATRICK ^^
      Im Bau: Messerschmitt BF109G6 in 1/32, Holzschiff "Gjoa"
      Rollout: Tamiya Alfa Romeo 155 DTM 1994, in 1:24, F-104G Starfighter, in 1/48


      Hallo Freunde, heut gehts, wie versprochen, ums straken. Straken ist nix weiter als ein "hoch-technischer" Begriff für Schmiergelpapier
      in die Hand nehmen. Geschmiergelt werden nämlich die Spanten für eine plane Auflage der Planken. Sehen wir aufs Bild, erkennt man,
      grad an Bug und Heck liegen die Planken nur auf einer Spantenkante.





      Also heißt es nun, die Spanten schräg anzuschleifen. Machen wir es richtig, dann sollte es so aussehen.



      Weiter sollte man jetzt schon darauf achte, beim schmirgeln geschmeidige Übergänge zu schaffen.





      Am Ende sollte alles so aussehen, zur Not kann man beim beplanken nachbessern. Wichtig ist aber, während des straken immer mal mit
      einer Planke zu prüfen.





      Es grüßt Euch der Frank aus Leipzig
      Skype: Rentner763
      Straken :D . Ein lustiges Wort, wo kommt das denn her ? Aus dem nordischen oder ist das Werftarbeiterlatein ?
      Jedenfalls muss ich dir, Frank, schon einmal ein kräftiges Danke aussprechen für deine sehr gute Erklärungen was bei einem Holzschiffbau zu beachten gibt. Das ist sehr lehrreich auch wenn ich selbst wahrscheinlich nie ein Schiff bauen werde. Zumindest keines aus Holz ;) .

      Bernd
      Zuletzt fertiggestellt: Mazda K-360 Pritschenwagen ^^

      bernd kaags schrieb:

      Straken . Ein lustiges Wort, wo kommt das denn her ? Aus dem nordischen oder ist das Werftarbeiterlatein ?


      ... dies ist eindeutig dem Latein der Werftarbeiter zuzuordnen.

      Hallo Freunde, bevor es ans beplanken geht, möchte ich mal auf das allgemeine Vorgehen eingehen. Da streiten sich ja die Geister, was besser ist.
      Methode 1 wäre da das Plankenbiegen mittels Wasserdampf. Man hält die Planke über besagten Dampf, die Holzfasern lösen sich leicht voneinander
      und die Planke lässt sich so in Form biegen. Diese Mothode wurde auch bei den Originalen angewandt.

      Methode zwei wäre der im Handel angebotene Plankenbieger, so sieht das Teil aus ( Mitte "Zange" :(



      Damit werden in der Innenseite der Planke in kleinen Abständen Kerben eingedrückt und die Planke lässt sich so besser biegen.

      Methode drei wäre der elektrische Plankenbieger, dieser hier:



      Dieses Teil wird auf den Lötkolben gesetzt und erhitzt. Nun die Planke leicht wässern, hinten in die Schlaufe schieben und nun die Planke
      über die Rundung biegen, solang, bis das Holz trocken ist und in Form bleibt.

      Methode vier wäre mit viel Geduld verbunden, ist aber mein Favorit. Ich zeig es mal an Bildern meiner Mayflower. Die Planken werden
      gewässert und im nassen Zustand am Rumpf befestigt (kleine Nägel, Pinnnadeln o.ä.)



      Die Planken lass ich nun am Modell trocknen, somit verbleiben sie in ihrer neu angepassten Form.



      Vorteil hierbei ist, selbst der kleine "Drall" in der Längsachse bleibt erhalten und die Planke schmiegt sich beim verleimen regelrecht an den
      Rumpf.
      Soviel erstmal zum Allgemeinen, ich hoffe, es war etwas verständlich, ich bin nicht so der große Erklärbär. ;) :D
      Es grüßt Euch der Frank aus Leipzig
      Skype: Rentner763