Spraydose oder Airbrush?

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      Spraydose oder Airbrush?

      Vor kurzen habe ich nach Jahrzehnte langen Modellbaupause diese Motorradmodell aus einem Tamiya-Modellbausatz (1:6) zusammengebaut.
      Dabei mussten auch Teile lackiert werden, was bisher nicht so meine Leidenschaft ist.
      Für die roten Teile habe ich eine Spraydose von Tamiya in Metallic-rot verwendet.
      Das Ergebnis kann sich einigermaßen sehen lassen, aber an ein paar Flächen hatte ich doch Probleme mit Lacktränen, die ich abschleifen musste.

      Honda CB 750 F.jpg

      Macht da eine Airbrush-Pistole Sinn, worin liegen die Hauptunterschiede zwischen Spraydose und Airbrush?
      Es geht dabei nicht um künstlerische Arbeiten.

      Die unterschiedlichen Anschaffungskosten sind für mich nicht das Problem.
      Meine Modellfotos dürfen heruntergeladen und für private Zwecke weiterverwendet werden.

      Gruß Rainer
      Servus, mit der Pistole kannst du die Farbmenge viel besser regulieren. Wo die wenig hin haben willst, da ziehst du den Hahn nicht so weit auf.
      Gibt noch viele weitere Vorteile, wie mehr Auswahl bei der Farbe usw.
      Ganz zu schweigen, was die kleinen Spraydosen immer kosten.
      Bekommst sicher noch viele Antworten welche für die Anschaffung einer Airbrush Lackpistole sprechen.

      Und das Bike sieht klasse aus.
      Hallo Rainer,
      schönes Modell :)
      Das Lackieren, ob nun mit der Dose oder der Gun ist eine Kunst für sich die auch jeder mit sich ausmachen muß, wie ich finde. Ich bin in der Zeit meines Modellbaulebens immer wieder bei der Dose hängengeblieben und habe versucht das Dosenlackieren im Laufe der Zeit zu optimieren, eigentlich haptsächlich vor dem Hintergrund weil mir das ständige Säubern der airbrush Komponenten und das ewige "rumkippen" und Farbenverdünnen auf die Nerven ging.
      Das ist natürlich alles eine Einstellungssache, es gibt ja viele Leute die sich an den neusten Werkzeugen erfreuen und ständig ihre Hobbywerkstatt aufrüsten oder erst dann Spaß an dem Modellbau haben wenn sie alle verfügbaren Aftermarket Produkte zusammengekauft haben um ihre Modelle dann bei Flutlicht unter hightec-Vergrößerungstechnik zusammenzubauen. Für diese Klientel ist airbrush ein must have, genauso wie alclad und das professionelle weatheringset. Meine Modelle entstehen am Küchentisch trotz 270qm Wohnfläche, werden im freien mit der Dose lackiert und oldschool mit BMF belegt und mit Wasserfarben gealtert weil ich mich mit meinem Hobby vom professionellem Arbeitsjob entspannen will und nicht umgekehrt.
      So hat halt jeder seine ganz eigene Einstellung zu den Dingen. Das mal so als Einleitung zu deinem Thema und der hier stattfindenen Diskussion :)
      LG
      Peter
      Danke Raybrig und Peter, was Ihr da schreibst erscheint mir logisch.

      Für meine Zwecke ist vermutlich die Spraydose am sinnvollsten und ich muß damit noch üben.

      Besser mehrerte Male dünn sprayen oder lieber etwas dicker mit einer oder 2 Schichten?
      Beim sprayen in dünnen Schichten glänzt nach meiner bisherigen Erfahrungen der Lack nicht so schön, dafür gibt es keine Lacktränen.

      Bei häufigeren Lackarbeiten bietet die Pistole vermutlich mehr Vorteile.
      Eine schwierige Entscheidung, wenn man nicht beides ausprobiert hat.
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      Gruß Rainer
      Guten Morgen, beim Lacken sprüht man beim ersten Spritzgang sehr dünn (die sogenannte Klebeschicht) damit diese sich mit dem Untergrund verbinden kann ohne gleich wieder zu laufen.
      Je nach Farbton braucht es auch mal mehr Gänge bis es deckt. Gelb ist da i.d.R. der SuperGAU.
      Wenn die Farbe dann deckt, ein satter Spritzgang auf Verlauf, d.h. die Farbe verläuft dann und die Schicht wird glatt. Hier ist die Kunst und Erfahrung dann, das es nicht läuft und Nasen gibt.

      (Ein Lackierer, der nicht säuft und dem`s nicht läuft, ist kein Lackierer.)

      Raybrig schrieb:

      Guten Morgen, beim Lacken sprüht man beim ersten Spritzgang sehr dünn (die sogenannte Klebeschicht) damit diese sich mit dem Untergrund verbinden kann ohne gleich wieder zu laufen.


      So steht es teilweise auch auf den Original Autolack Dosen. Erste Schicht nur annebeln und ablüften lassen. Erst dann deckend drüber. Ich benütze beides, Airbrush und Dosen. Bei den Dosen bevorzuge ich allerdings Original Autolacke, die vom Preis-/Leistungsverhältnis günstiger sind als Tamiya Dosen. Je nach Fläche und Farbe (wie z.B. eben Gelb) reicht eine Tamiya Dose auch nicht weit.

      Ich bevorzuge Dosen von diesem Händler: stores.ebay.de/profiautolacke-de

      Der mischt alle verfügbaren Original Lacke der Autohersteller in 1K oder 2K Lacken in 400ml Dosen für 14,90 EUR ab. Hier als Beispiel VW-Audi LC9Z Black Magic Basislack+Klarlack : ebay.de/itm/Spraydose-VW-Audi-…60251?hash=item5af64c6c5b

      Die Farben decken extrem gut, liefern ein absolut gleichmäßiges Bild, haben keine sichtbaren Metall Partikel bei Metallic Lacken und sind lange haltbar.

      Drei Beispiele, a) original VW grün aus den Fünfzigern - 1K Lack, b) Mayan Gold von General Motors und c) Rubinrot DB 572 von Mercedes Benz, beides 2K Lacke

      IMG_0040.jpg

      002.jpg

      007.jpg

      Auch die beiden LKW Rahmen waren mit der Dose kein Problem, die Pigmente sind extrem fein. Nach zwei bis dreimal drüber gehen ist alles fertig. Zwischen den Schichten wenige Minuten warten. Nach der letzten Schicht kann nach rund zwanzig Minuten der Klarlack aufgetragen werden.
      Grüße, Micha :thumbup:
      Eigentlich egal, wenns nicht gerade um Kleinstmengen (eher Airbrush) oder eben um sehr große Flächen (dann lieber die Dose oder eine entsprechend große Pistole) geht. Lackieren gehört zu den grundlegenden und wichtigsten Fähigkeiten, die man im Modellbau besitzen sollte. Das kann man zu 10% erfragen und erlesen, der Rest kommt vom Anwenden. Wenn Nasen laufen gehört das zum Lernprozess, daher sollte man nicht gleich an wertvollen Modellen rumprobieren.
      Es grüßt Floyd ( im realen Leben Heiko ) vom Sachsenring (Hohenstein-Ernstthal) :halm:
      Der Link zum Shop is interessant.
      Meinen dunkelgrau-met. farbenen Nissan GT-R hab ich auch mit Spraydosen lackiert. Basislack von Audi und Klarlack 2K der in der Dose gemischt wird.
      Für meine erste Race Corvette nahm ich Dosengelb von Tamiya. Hat von der Menge "ums kleinste bayerische Maß" gereicht.
      Gelb ist einfach sehr undankbar.
      Auf alle Fälle nur auf einen komplett weißen Untergrund sprühen. Sonst wird das nix.
      Ich war auch immer ein Verfechter der Dosen.
      Aber irgendwann kam ich um Alclad und Konsorten nicht mehr herum.
      Mich nervt aber auch die umständliche Reinigung der Guns. Mittlerweile habe ich eine halbwegs gute Gun fürs feine und eine gute für den Klarlack. Die werden auch gut gereinigt.
      Dazu kommen noch zwei China Guns die jeweils 15€ gekostet haben. Die spüle ich mit Verdünnung , danach geht's ins Ultraschallbad und das war's. Falls die nimmer gehen sollten macht es nix. Dann kauf ich ne neue.
      Trotzdem nutze ich soweit es geht die Tamiya Dosen. Bin halt ne faule Socke was reinigen angeht.

      http://mezzo-mix-models.jimdo.com
      Ich dekantiere die Tamiya-Dosen jetzt immer. Einfach einen Plastikbecherlein und einen gekürzten Strohhalm und los gehts. Die Farbe dann etwas auslüften lassen und unverdünnt in die Airbrush. Das Ergebnis sind tolle gleichmässige Farbaufträge, die man pur aus der Dose so nicht hinbekommt.

      Und noch ein Vorteil....lässt man die restliche Farbe im Becher etwas "anziehen", dann kann man kleine Fehler danach gut mit dem Pinsel ausbessern!

      LG
      Michael
      Ich habe keine Zeit, um mich zu beeilen!!

      Neue Homepage: michael-modellbaustube.jimdo.com/
      Danke für die interessanten und hilfreichen Antworten.

      Ich bin immer noch hin-und hergerissen, würde das Airbrushen gern mal ausprobieren.

      Über die notwendige Hardware habe ich mich schon gründlich informiert.
      Ein guter und leiser Kompressor mit Lufttank und guter Druckregelung ist sicher sinnvoll.
      Bei der Airbrushpistole reicht vermutlich erst einmal ein Mittelklassemodell, da ich das ganze nur zu Lackierarbeiten und nicht künstlerischen Arbeiten einsetzen werde.
      Also mit einer etwas größeren Düse etwa 0,5 mm?
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      Gruß Rainer
      Hallo Rainer

      Das ist eine gute Einstellung!

      Ich kann dir dazu die Kompressoren von Sparmax empfehlen. Die liegen zwar preislich etwas höher, haben aber auch Einsteigermodelle (wichtig ist ein Wasserabscheider!!!!). Bei einer Airbrush würde ich dir eine "Ultra Two in One" von H&S empfehlen. Diese kommen mit Steckbecher (diverse Grössen) und zwei Düsengrössen (0,2 und 0,4). Damit deckts du am Anfang alles ab und du hast ein gutes System in den Händen. Luft nach oben ist dann immer noch....

      Ich habe mich damals beim Einstieg vom hohen Preis abschrecken lassen und mir ein Kompressor/Airbrush-Set von einem NoName-Hersteller besorgt. Fazit: Der Kompressor war nach einem dreiviertel Jahr durch und die Airbrush hat so viele kleine Dichtungsgummis (H&S haben Teflondichtungen), dass das Reinigen nicht wirklich Spass macht. Die springen einem schneller davon, als man denkt!

      Das wäre mal meine subjektive Meinung. Andere erzählen dir sicher was anderes, was auch gut ist. In einem Hobby, wie Modellbau, gibt es kein richtig oder falsch, nur das was einem an besten liegt.

      LG
      Michael
      Ich habe keine Zeit, um mich zu beeilen!!

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      Nun habe ich nach längerer Recherche einen Kompressor bestellt, es ist der Implotex Kompressor 480W Flüster Silent mit folgenden Daten:

      Ansaugleistung: bis 89 l/min
      Max. Betriebsdruck: 8 bar
      ölfreier Motor: ja
      Betriebsspannung: 230V
      Kesselinhalt: 9 Liter
      sonstiges:
      Flüsterkompressor mit nur 48dB (vergleichbar mit einer normalen
      menschlichen Unterhaltung), hochwertiges, ölfreies Aggregat
      (wartungsfrei!), mit Gummisaugfüßen, Motorschutz und Anlaufentlastung,
      konzipiert für jahrelangen, professionellen Einsatz und hergestellt aus
      hochfestem Aluminium, Edelstahl und einem innen und außen
      pulverbeschichteten Kessel
      Gewicht: 15kg
      3 Jahre Garantie

      Vielleicht etwas überdimensioniert für Airbrush aber der Kompressor ist auch für weitere Zwecke geeignet.
      Ich habe bei Werkzeugen noch nie bereut die bessere Qualität zu kaufen, auch wenn es erstmal einmal finanziell schmerzt.
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      Gruß Rainer

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Rainer K.“ ()

      Servus, ein Kompressor kann nie zu groß sein. ;)
      Mit den richtigen Zubehör is es auch angenehm beim Auto mal mit der Pressluft den ganzen Staub aus den Ritzen zu blasen. (Aber dann alle Türen aufmachen. ;) )
      Da wird wieder mit dem Vorschlaghammer ein Bildernagel eingeschlagen :D Die meisten Farben werden mit Düsen so um 0,3mm verarbeitet und dazu braucht es selten mehr als 1bar Druck. Der einzige Vorteil ist, dass der Kessel wahrscheinlich nur einmal geladen wird und dann auch für größere Teile genug Luft vorhält. Damit müsste er dann aber eigentlich auch nicht unbedingt flüsterleise sein. Ja, man könnte auch 1:1 Karosserieteile Lackieren, aber das geht nur noch in einer Lackierwerkstatt mit einer entsprechenden Absauganlage. Die hier immer mal vorgestellten Arbeitsplatzabsaugungen sind auch nur kellertauglich, vor allem, wenn die Düse über 0,4mm ist und großflächig gearbeitet werden soll. Ach ja, Größe hat nichts mit Qualität zu tun. Was aber ohnehin viel wichtiger für den Erfolg ist, das ist die Airgun. H&S halte ich immer für eine sehr gute Wahl, ich würde aber nicht unter der Evolution einsteigen, ich mag vor allem die Steckbecher nicht wirklich. Die Pistolen lassen sich mit Düsen bis 0,6mm und Farbbechern bis 50ml ausstatten, das geht auch für was größeres.
      Es grüßt Floyd ( im realen Leben Heiko ) vom Sachsenring (Hohenstein-Ernstthal) :halm:
      Hallo Rainer

      Der Kompressor ist schon stark überdimensioniert für Airbrush, aber wenn du ihn anderswo brauchen kannst, dann wird's schon passen!

      @Heiko: Genau das meine ich....es gibt kein richtig oder falsch. Ich habe von H&S mit einer Evolution begonnen. Gegenüber der NoName ein Quantensprung. Wollte aber eine zweite Gun für "gröbere" Arbeiten. Dann bin ich auf die Ultra gestossen. Anfangs gezweifelt bezüglich Steckbecher, aber mit der 0,4er Düse und für grosse Flächen klappst. Die Evolution nehme ich nur für feinere Arbeiten und mit einer 0,2er Düse. Eben, jedem sein Werkzeug, mit dem es ihm gelingt....

      LG
      Michael
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      Nun habe ich den IMPLOTEX-Kompressor erhalten.
      Einen zusätzlichen Druckregler mit Manometer werde ich zum Airbrushen noch hinter dem roten Absperrhahn anbauen (ist schon bestellt)
      Gut finde ich die doppelte Lagerung mittels Gummipuffern gegen Vibrationen.
      Es ist auch alles dicht, keine messbaren Druckverluste nach 24 Stunden.
      Dateien
      • IMPLOTEX_1.jpg

        (301,19 kB, 7 mal heruntergeladen, zuletzt: )
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      Gruß Rainer