Scratchbau Euro-Truss Traversen in 1:25

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      Scratchbau Euro-Truss Traversen in 1:25

      Hallo Modellbaugemeinde,
      sicher werden sich einige Kollegen fragen, warum ich schon wieder einen neuen Baubericht starte, obwohl bei meinen Tourfahrzeugen noch lange kein Licht am Ende des Tunnels ist.
      Ein BB zum Bau der 100sten Variante eines beliebigen PKWs oder Trucks hätte mich auch nicht dazu bewegen können, die Tourfahrzeuge mal wieder etwas nach hinten zu rücken.
      Aber hier habe ich jetzt etwas gefunden, was meines Wissens noch niemand im Maßstab 1:25 gebaut bzw. in einem BB beschrieben hat und was es meines Erachtens wert ist, nach vorn gezogen zu werden.

      Einen Bühnenüberbau aus Euro-Truss-Traversen, um adäquat Scheinwerfer montieren zu können.

      Bei Bau meiner Autobühne hat mich von Anfang an gestört, das dort keinerlei Beleuchtung vorhanden ist. X(



      Ich habe mir im Netz den Wolf gesucht, aber es sind keinerlei Teile im Maßstab 1:25 zu bekommen, mit denen man eine vernünftige und repräsentative Beleuchtung bauen könnte.

      Jetzt sollte man meinen, dass es doch gar nicht so schwer sein kann, etliche gerade Einzelteile zu einer Traverse zusammenzubauen.
      Wenn man aber mehrere Traversen bauen muss und sie nach dem Bau auch noch ohne Spannung zusammensteckbar sein müssen, bekommt das Vorhaben schon eine ganz andere Dimension.
      Das geht nicht mehr ohne Bauschablone.
      Eine Schablone für eine Einzeltraverse, d.h. 2 Rohre mit den Verstrebungen habe ich schon in einem BB gesehen.
      Aber 4 Rohre, gleichmäßig lang und exakt im Winkel = Fehlanzeige.
      Da war mir auch nichts halbwegs Brauchbares eingefallen.

      Dann bin ich zufällig im Netz über einen Bericht gestolpert, wo eine Open-Air-Bühne im Maßstab 1:87 gebaut wurde. :00008040:



      Gebaut von Sabrina Baumann und Harry Grünewald
      Quelle: harrygr.de/buehne.htm

      Seitdem lässt mich der Gedanke nicht mehr los: Das musst du bauen, und zwar gleich!

      Als Erstes habe ich Harry angeschrieben, um die Erlaubnis für einen Bericht über die Adaption in 1:25 zu erhalten.
      Es war ja schließlich seine Idee.
      Er hatte zwar keine technischen Zeichnungen mehr davon, da sie bei einem Festplattencrash verlorengegangen sind, aber das OK habe ich bekommen.
      An dieser Stelle noch einmal vielen Dank dafür! :danke:

      Die passenden Abmessungen der verschiedenen Längenvarianten oder der Ecken zu bekommen, war ein Leichtes.
      Schließlich haben wir bei meinem Nebenjob jede Menge davon in den verschiedensten Variationen im Lager liegen.
      Da kann ich mich jederzeit mit dem Maßband austoben und Vorlagenfotos machen.

      Hier mal ein kleiner Ausschnitt.



      Da es Traversen in den verschiedensten Längen gibt, habe ich erst einmal überlegt, welche Länge für meine Bühne am sinnvollsten ist, um nicht verschiedene Längen bauen zu müssen.
      Heraus kam die 2m-Länge = 8cm im Modell.



      Benötigt werden für die Autobühne 26 Traversen + 4 Eckverbinder + 4 Füße

      Für die nötige Stabilität habe ich mich für Messing als Material entschieden.
      Das Zusammenlöten der Einzelteile erscheint mir sinnvoller als Kleben.

      Die einzelnen Abmessungen einer 2m-Traverse in 1:25
      Traversenlänge 80mm
      Querstrebenlänge 8mm
      Winkelstrebenlänge 15mm
      Rohrduchmesser 2mm
      Strebendurchmesser 0,8mm

      Eine 2m Traverse hat 4 Außenrohre, 8 Querstreben und 28 Winkelstreben.
      Demnach werden für eine Traverse benötigt:
      4 x 80 = 320mm Messing Hohlrohr 2mm
      8 x 8 = 64mm Messing Massivdraht 0,8mm
      28 x 15 = 420mm Messing Massivdraht 0,8mm

      Damit komme ich auf einen Gesamtmaterialbedarf für 26 Traversen von
      320 x 26 = 8,32 m Rohr
      484 x 26 = 12,6m Draht

      Gerundet incl. Overhead für die Ecken und Verschnitt werden also 10m Rohr und 15m Draht benötigt.

      Eine weitere Überlegung war das exakte Ausrichten der Traversenteile.
      An dieser Stelle hat mir die Lehre von Harry nicht ganz zugesagt.
      Deshalb habe ich sie ein wenig abgewandelt.

      Hier nun mein Entwurf der Lehrenendstücke.



      Zentral ist ein Vierkanthohlrohr 6x6mm.
      An den Seiten jeweils 1 Vierkant 2x3mm. Hier hinein kommen Nuten für die exakte Positionierung der Streben.
      Über den Vierkantstangen wird jeweils eine 2mm Edelstahlstange angebracht, die die Streben für das Verlöten in den Nuten halten.
      In den Ecken dann die Bohrungen für die 2mm Messing Hohlrohre.
      Soweit ist es noch identisch zu Harrys Lehre.

      Das Endstück hat eine Stärke von 2mm.
      Alle Ausschnitte und Bohrungen sind duchgängig.
      Ein 2. Abschlußstück wird dann dahintergelegt, welches jedoch nur den zentralen Vierkantauschnitt hat.
      Alle Stangen und Rohre werden auf ein gleichmäßiges Maß von 80 mm geschnitten und dann in die entsprechenden Auschnitte gesteckt.
      Nur das Innenvierkantrohr wird 4mm länger geschnitten, damit noch die Abschlußendstücke aufgesteckt werden können.
      Zum Schluß wird eine 3mm Gewindestange durch das Innenvierkantrohr gesteckt und mit Flügelmuttern alle Teile festzusammengeschraubt.

      Für ein sauberes Ergebnis müssen die End- und Abschlußstücke natürlich exakt angefertigt werden.
      Und so sollen sie aussehen.



      In einem Gespräch mit einem Freund ergab sich die Möglichkeit, von einem Bekannten seinerseits die Endstücke aus Edelstahl auf einer CNC-Maschine mit Laser fertigen zu lassen.
      Das Angebot habe ich natürlich gern angenommen und ein paar Tage später hatte ich die Endstücke auf meinem Basteltisch.



      100% exakt geschnitten!
      Ich musste lediglich die Öffnungen etwas mit der Nadelfeile nachbearbeiten, da die Stangen und Rohre doch ziemlich stramm in den Ausschnitten saßen.

      Und so sieht es dann auf dem Innenvierkantrohr aus.



      Nachdem ich dann ausgerechnet hatte, wieviele exakt gleichlange Schnitte ich für die Rohre und Streben benötige, nämlich 1040 ohne Eckverbinder, habe ich von einem Handzuschnitt ganz schnell Abstand genommen. :S
      Wie es der Zufall wollte, habe ich zu diesem Zeitpunkt in der Bucht eine gebrauchte Proxxon FKS/E Tischkreissäge mit vergrößertem Sägetisch für schlappe 70,-€ ergattern können.
      Dafür bin sogar nach Berlin zum Abholen gefahren.
      Dass auf dem Wege ein lecker Essen beim Mexikaner mit abgefallen ist, war ein schönes Addon. :00008356:

      Und hier ist sie.





      Das sollen jetzt aber erst einmal genug Informationen zum Aufgalopp sein.

      Die Maschine bekommt zuerst eine gründliche Reinigung, Schmier- und Öl-Service und ein neues Sägeblatt.
      Dann wird zunächst die Lehre fertiggestellt und ein Prototyp gebaut.
      Dafür ist schon Material auf dem Tisch.
      Für den Komplettbau muss erst noch zusätzliches Material geordert werden.

      Also bis dann! :wikend:
      Viele Grüße
      Willie

      Man ist niemals zu alt, um Neues zu lernen.
      Es gibt keine dummen Fragen, nur dumme Antworten.


      Meine bisher fertiggestellten Arbeiten sind HIER zu finden.

      Im Bau : T3 - Mein erster Tourbus
      Hallo Bernd,
      ich denke, das Zuschneiden wird die meiste Arbeit werden.
      Fürs Löten können ja alle Einzelteile einer Traverse in der Lehre zusammengesteckt und in einem Rutsch verlötet werden.
      Dafür habe ich dann auch meinen kleinen Brenner. :D
      Damit geht das Ruckzuck.

      Viele Grüße
      Willie

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      Im Bau : T3 - Mein erster Tourbus
      Was für ein Vorhaben! Da fällt ja reichlich Arbeit an. Eine Lehre herzustellen ist natürlich klar vom Vorteil, nicht nur um die
      Löterei zu erleichtern, man stellt auch sicher, alle Traversen sehrn gleich aus.
      Es grüßt Euch der Frank aus Leipzig
      Skype: Rentner763
      Guten Abend Modellbaufreunde,
      nach dem ersten Erfolgserlebnis gibt es noch ein Abendupdate.

      @Frank
      Stimmt, aber viel wichtiger an der Lehre ist für mich, dass die einzelnen Traversen sich später auch passgenau zusammenstecken lassen.

      Nun zum Thema:

      Die Säge ist geputzt und hat ein neues Sägeblatt erhalten.
      Da z.Z. Messingprofil gesägt wird, ist das rechte Blatt angesetzt.



      Hier die ersten Zuschnitte für den Prototypen.
      Die Positionsstangen für die Streben haben allerdings noch keine Kerben.



      Jetzt der erste Probezusammenbau.

      Zunächst den Innenvierkant unten ins End- und Abschlußstück gesteckt und das andere Endstück oben angesetzt.



      Als nächstes kommen die Strebenhalter dazu.



      Nun die Traversenrohre.



      Die Fixierungsstangen für die Streben werden später erst nach dem Auflegen der Streben eingeschoben.
      Aber hier geht es nur um die erste Passung.
      Also rein damit.



      Die Fixierungsstangen sind übrigens 1mm kürzer gehalten, damit die Traversenrohre sicher an den Abschlußstücken anliegen.

      Zum Abschluß kommt das 2. Abschlußstück oben drauf.
      Dann wird das Ganze mit der Gewindestange und den beiden Flügelmuttern als Einheit fixiert.
      Und so sieht es dann zusammengesetzt aus.





      Passt Alles auf Anhieb.
      Ich bin schon mal sehr zufrieden mit dem ersten Ergebnis.

      Als Nächstes sind die Kerben dran, damit die Streben auch schön sauber zu verlöten sind.

      Bis dann. :wikend:
      Viele Grüße
      Willie

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      Im Bau : T3 - Mein erster Tourbus
      Hallo Karl-Heinz,
      keine Bange, da pass ich schon auf. ;)

      Hallo Modellbaufreunde,
      meistens geht es mir wie beim berühmtesten Auspruch Hannibals vom A-Team:
      „Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert!“

      Leider tut er das nicht immer auf Anhieb.
      Hier nun der erste Versuch beim Prototypen.

      Zunächst hatte ich auf der Maßstabszeichnung in Corel die Streben mit Linien verlängert,
      damit ich die Winkel auf die Strebenhalter übertragen konnte.



      Mit einem Geodreieck und einer selbstgeschliffenen Reißnadel wurde die Halter eingeritzt.



      Hier nach dem Anzeichnen.



      Nun wurden die Nuten zuerst mit einer Dreiecknadelfeile vorgefeilt.
      Dann mit einer ovalen Nadelfeile etwas vertieft und verbreitert.
      Hierbei war der 1. Halter Ausschuß, da ich eine Nut etwas zu tief gefeilt hatte und dadurch die Strebe ziemlich windschief im Halter saß.
      Beim 2. Halter ging es schon besser.
      Anfeilen, in der Lehre prüfen, 4-5 Striche mit der Feile weiter, wieder prüfen . . . .
      So lange, bis die Strebe gerade so eben hindurchpasst.



      Nachdem der erste Halter fertig war, Probezusammenbau mit Streben.



      Bis hier war noch Alles im Plan.

      Für das Verlöten hatte ich meinen schon vorgestellten kleinen Brenner auserkoren.

      Nur ist die Temperatur der Flamme wohl doch etwas zu heftig für das Messing.
      Es hat sich schon in der Lehre leicht verzogen.



      Hier nun nach dem Herausnehmen.
      Zwar schon erstaunlich verwindungssteif, aber leider etwas windschief.
      Die Lötungen sind auch noch nicht gerade das Gelbe vom Ei.





      Und damit niemand meint, ich würde meinen Schreibtisch malträtieren, noch ein Foto meiner Lötfläche.
      Eine Fliese als Unterlage für das Löten mit Flamme sollte selbstverständlich sein.



      Das war also das Ergebnis des 1. Versuchs.
      Vorbereitung ok, aber alles Weitere ist für die Tonne. ;(

      Da die Müdigkeit mich heute etwas früher überfällt, ist nun Feierabend.
      Morgen geht es dann an den nächsten Versuch mit etwas weniger Temperatur.

      Bis dann. :wikend: :sleeping: :sleeping: :sleeping:
      Viele Grüße
      Willie

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      Im Bau : T3 - Mein erster Tourbus
      Hallo Modellbaufreunde,
      heute habe ich ein Update über meine Erfahrungen für den Travesenbau.
      An dieser Stelle schon einmal vorab der Hinweis, dass ich mich z.Z. immer noch im Versuchsmodus befinde.
      Aber vielleicht ist es für manche Leser auch interessant zu wissen, was warum nicht funktioniert und wie ich mich an die weitere Lösung der Probleme herantaste.

      Da der 1. Versuch nicht besonders doll war, habe ich mir Harrys Baubericht noch einmal zu Gemüte geführt.
      Er hatte seine Traversen mit Heissluft gelötet.
      Für meinen 2. Versuch habe ich also die Heissluftpistole aus dem Schrank geholt und los ging es.
      Die Lötungen waren allerdings auch ziemlich übel, zumal mir der Luftstrom ständig die einzelnen Strebenteile verschoben hat.
      Ein Telefonat mit Harry hat dann die Aufklärung gebracht.
      Er hat eine Heisluftpistole benutzt, mit der man die Temperatur und den Luftstrom unabhängig regeln kann.
      Na klar, meine bisherige Pistole hat nur 2 Stufen.
      In der 1. bei mäßiger Temperatur einen Durchsatz von 350l/min und in der 2. eine hohe Temperatur mit ca 500l/min.
      Da die meisten regelbaren Pistolen einen unteren Durchsatz von ca. 150l/min haben, habe ich mir einen neue Heissluftpistole von Steinel gegönnt.
      Sie hat bei 350W eine Temperatur von max. 500° und einen Luftstrom von max. 100l/min..



      Das Ergebnis war schon etwas besser, aber so richtig überzeugt haben mich meine Lötungen immer noch nicht.
      Schön ist was Anderes.



      Da mir mein Freund gleich 3 Sätze der Endstücke geliefert hatte, habe ich eine 2. Lehre für einen Paralleltest mit Styrolprofilen vorbereitet.

      Es war nur eine Anpassung der Strebenauflage notwendig, da es das Material für die Streben erst ab 1mm gibt.
      Statt die 2x3mm-Stangen habe ich 1,5x3mm benutzt.
      Allerdings jetzt auch ohne die Einkerbungen.

      Hier zunächst das Arbeitsmaterial für die Styroltraversen.
      - ein Skalpell zum Zuschneiden der Streben
      - eine Zange um die Streben zwischen Auflage und Fixierungsstange zu schieben
      - eine Pinzette zum Ausrichten der Streben
      - und einen Zahnstocher zum Auftrag des Klebers.

      2 Seiten wurden mit Revell Contacta und 2 Seiten mit Sekundenkleber verklebt.



      Und nun die Arbeitsschritte:
      Einsetzen der Streben aus 1mm Rundmaterial.
      Querstreben 8mm, Schrägstreben 12mm



      Ausrichten



      Verkleben



      Nun gründlich durchtrocknen lassen.
      Derweil habe ich mich einem Problem beim Zusägen der Messingrohre gewidmet.
      Da die Säge nur einen einseitigen verschiebbaren Anschlag hat, hat es mir beim leichten Verkanten ein Rohr sofort krummgehauen.
      Also habe ich mir einen kleinen Sägeschltten gebaut, mit dem das Zuschnittmaterial einen vollständigen Anschlag auf beiden Seiten des Sägeblattes hat.

      Hier mal die Ansichten von oben und unten des fertigen Schlittens.





      Auf den Bau gehe ich jetzt hier nicht genauer ein.
      Es ist eine Anpassung an meine Proxxon-Säge nach der Anleitung eines YouTube-Videos.
      Hier der Link dazu.

      Die Styroltraverse war zwischenzeitig ausreichend ausgehärtet.



      Nun ging es ans Auspacken.

      Zuerst die Gewindestange abschrauben und die Abschlußstücke abnehmen.



      Dann die Endstücke entfernen.
      Die Fixierungstangen fallen dann von allein ab.



      Zum Schluß den Innenvierkant herausschieben.
      Die Strebenauflagen fallen dann auch von selbst zusammen.



      Hier nun die 1. fertige Traverse in Styrolausführung.



      Die Maße passen exakt und auch ein vorsichtiger Drehtest ergab ausreichend Verwindungsteifigkeit.

      Klasse Ergebnis – Hab ich gedacht! :nothatway:

      Zu früh gefreut! ;(

      Die 2.Traverse dieser Bauart ist beim Auslösen aus der Lehre völlig zerbröselt.
      Da ich mit Mathias (mac5150) einen ausgebildeten Chemiker an der Hand hab, ergab ein Gespräch über die möglichen Ursachen einen ganz banalen Grund.
      Ich hatte keine Zeit, um selbst einzukaufen, und hatte meine Frau gebeten, mir die benötigten Profile aus der Stadt mitzubringen.
      Im Modellbauladen haben sie ihr dann statt Polystyrolrohre (PS) Poyethylenrohre (PE) mitgegeben.
      Ich habe beim Verarbeiten natürlich nicht drauf geachtet.
      PS mit PE verkleben kann mit den benutzten Klebern natürlich nicht funktionieren.
      Warum allerdings die 1. Traverse noch hält, kann ich auch nicht erklären.
      Für die Serienfertigung ist es auf jeden Fall unbrauchbar.

      Im weiteren Verlauf des Gepräches habe ich dann eine Idee von Mathias zu den beim Verlöten wackelnden Querstreben aufgegriffen und gleich mal zurechtgebogen.
      Als Vorlage ist die 1. Styroltraverse durchaus brauchbar.



      In die Lehre eingesetzt und dann die Fixierungsstange darübergeschoben ist der 1. Eindruck schon mal sehr gut.
      Da wackelt auch nichts mehr. :D



      Das soll es für heute gewesen sein.
      In den nächsten Tagen kommen die weiteren Ergebnisse zu Messing und diesmal dann auch PS.

      Bis bald. :wikend:
      Viele Grüße
      Willie

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      Im Bau : T3 - Mein erster Tourbus
      Hallo Modellbaufreunde,
      trotz der Zeit, die der Garten auf Grund des Wetters derzeit benötigt, habe ich einige Fortschritte bei meiner 2-gleisigen Testreihe gemacht.

      Zunächst zur Messingvariante:
      Da es mir für die Serienfertigung für 26 Traversen bzw. 26x4=104 Strebenketten zu mühsam ist, alle Ketten nach Augenmaß zu biegen, habe ich mir dafür eine Lehre gebaut.
      Zunächst wurde am PC eine Zeichnung mit den Wendepunkten erstellt, dann ausgedruckt und auf ein Stück 2mm Aluplatte geklebt.



      An den Wendepunkten wurden 1mm Löcher gebohrt und auf beiden Seiten großzügig entgratet.



      Durch die Entgratung hat der Sekundenkleber mehr Klebefläche, nachdem in die Löcher kurze Enden 1mm Federdraht gesteckt wurden.



      Jetzt kann der 0,8mm Messingdraht um die Stifte herum gebogen werden.
      Dadurch haben alle Ketten gleichmäßige Biegungen.



      Entgegen dem ersten Entwurf wurden auch die beiden Querstreben mit einbezogen.



      Es muss zwar in der Lehre noch etwas mit der Spitzzange nachgerichtet werden, aber diese Verfahrensweise ist bei der Messingvariante deutlich entspannter zu verarbeiten als 9 Einzelstreben.

      Bei der Styrolvariante ging es mit dem nun richtigen Material auch mit den Einzelstreben viel besser von der Hand.
      Die Verklebungen härten deutlich schneller durch und es fällt auch nichts mehr auseinander.



      Nach dem Verkleben mit Contacta sind noch kleine Löcher in den Winkeln.
      Diese habe ich jeweils mit einem Tröpfchen Giessastmilch verschlossen.
      Als Giessastmilch bezeichne ich die bekannte GAP in erheblicher Verdünnung.
      Einfach etwas mehr Ethylacetat beimischen, und man erhält eine milchige Konsistens, die sich prima mit einem Zahnstocher auftragen lässt.

      Und so sieht es dann aus.



      Mit dem richtigen Material geht der Bau relativ fix von der Hand.
      Hier mal ein Demofoto der ersten Teile, die auf 0,8mm Messingstangen zusammengesteckt sind.



      Welche der beiden Varianten nun entgültig gebaut werden, entscheidet sich nach dem Verlöten der Messingvariante.

      Bis dann. :wikend:
      Viele Grüße
      Willie

      Man ist niemals zu alt, um Neues zu lernen.
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      Im Bau : T3 - Mein erster Tourbus
      Hallo Willie
      Das aufwändige Verfahren und die sehr guten Ergebnisse zeugen zum Teil auf große Beharrlichkeit und vor Allem zeigt es uns: Man darf nie aufgeben.
      Eine Lösung ist immer in Sicht!
      Gruß vom Goliath (Fritz aus Köln)
      Mein gebauten Modelle ..... :D



      In Arbeit ist aktuell:
      Der Bau der Bismarck von Revell im Maßstab 1:350 und nebenbei die Bayrische S3/6, das Schlachtschiff Scharnhorst + Tankschiff im Maßstab 1: 400 ...
      Hallo Modellbaufreunde,
      heute habe ich mich der Erstellung der Messingvariante gewidmet.
      Nach dem Verlöten der 1. Traverse hat sich herausgestellt, dass es doch besser ist, die Querstreben zuerst einzulöten, da sie dann einfach symmetrischer anzuordnen sind.
      Ab der 2. Traverse hat sich auch schon so etwas wie ein Ablaufschema für den Bau herauskristallisiert.

      Hier nun meine Vorgehensweise im Ablauf:
      Zuerst werden die Außenrohre mit einer dieser flexiblen Nagelfeilen blankgeschliffen.
      In der Mitte ein unbehandeltes Rohr.



      Zum Zusammenstecken der Einzelteile ist es einfacher, die beiden Lochplatten etwas zur Mitte zu schieben.
      Dadurch rutschen nicht immer die Enden heraus.



      Durch das Aufsetzen der Abschlußplatten wird Alles schön zusammengerückt.



      Nach dem Verschrauben mit der Gewindestange können die Lochplatten an die beiden Enden geschoben werden.



      Nun werden die 8 Querstreben eingesetzt und verlötet.



      Auf der Lehre wird nun die Kette mit den Schrägstreben vorgebogen.
      Natürlich gleich 4x für alle Seiten.



      Da das Material nach dem Biegen nicht komplett spannungsfrei ist, muss für das Einsetzen in die Traversenlehre mit einer Zange noch etwas nachgerichtet werden.
      Hierfür wird eine hiebfreie Zange benutzt, um in den Streben keine Abdrücke zu hinterlassen.



      Nach dem fertigen Ausrichten wird die Kette noch einmal herausgenommen, die Biegepunkte verzinnt und wieder eingesetzt.



      Dadurch ist das Verlöten mit den Rohren deutlich einfacher.
      Ich hatte mir ja extra eine neue Heissluftpistole dafür gegönnt.
      Aber es hat sich herausgestellt, dass die einfache Lötstation doch viel bessser geeignet ist.
      Durch das Reinigen der Rohre und dem Vorverzinnen der Streben reicht eine spitze Lötkolbenspitze mit ca. 400° völlig aus, um eine saubere Lötverbindung zu bekommen.
      Vor dem Verlöten muss natürlich die Fixierungsstange erst wieder hereingeschoben werden.
      Davon habe ich aber das Foto vergessen. :S

      Der Ablauf liest sich sicher erst einmal furchtbar kompliziert, aber nach der 3. Traverse geht es ziemlich flott von der Hand.
      Ich habe heute bereits 4 Stk. davon fertiggestellt.
      Hier die ersten 3 Traversen.



      Und nun noch einmal die Tagesausbeute mit der gestern gefertigten Styrolvariante.



      Obwohl so geplant, ist es schon beeindruckend, wie exakt die Enden der Traversen duch die Benutzung der Fertigungslehre zusammenpassen.
      Nachdem in die Messingvariante ein 1mm Federdraht durchgehend eingezogen wurde, ist beim Darüberfahren mit dem Finger keinerlei Versatz an der Verbindungsstellen spürbar.

      An dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank an Henry und Kay für die Erstellung der Lochplatten. :danke:
      Ohne sie wäre der Bau nicht so exakt.

      Da die Messingvariante etwas schneller zu bauen ist und darüber hinaus auch deutlich stabiler ist, wird daraus die Gesamtkonstruktion entstehen.
      Schließlich müssen nach der Fertigstellung noch Scheinwerfer angehängt und Kabel durchgezogen werden.

      Das war es dann auch für heute.
      Auf gehts in die Serienproduktion.
      Es müssen noch 22 Traversen für die Bühne gebaut werden.

      Also bis die Tage. :wikend:
      Viele Grüße
      Willie

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      Im Bau : T3 - Mein erster Tourbus
      Hallo Leute,
      heute gibt es nur ein kurzes Update.
      Ein Wort – Ein Bild.

      Halbzeit!!!



      Bis dann. :wikend:
      Viele Grüße
      Willie

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      Hallo Modellbaukollegen,
      Bevor es an die weiteren Traversen geht, habe ich mich den Füßen gewidmet.
      Irgendwie müssen die Traversen ja Kontakt zum Boden bekommen.

      Im Original sind diese Bodenplatten quadratisch oder rund.
      Da der Bodenteppich der Bühne an den Ecken abgerundet ist, habe ich mich für die runde Bodenplattenvariante entschieden.
      Bei einem Meter Durchmesser im Original sind das im Maßstab 40 mm.
      Das erschien mir dann doch etwas groß.
      So habe ich mich auf ca. 25mm festgelegt.
      Nach einer erfolglosen Materialsuche nach runden Kupfer- oder Messingplättchen habe ich mir dann eine Messingplatte gekauft.



      Zum Rundschleifen musste eine Vorlage her und fand sich in Form einer 50Cent-Münze.
      Als ich sie in den Händen hielt, kam mir der Gedanke nach dem Material der Münze.
      Lt. Wiki sind es 89 % Cu, 5 % Al, 5 % Zn, 1 % Sn, also lötbar.
      Damit war die Entscheidung gefallen.
      Außergewöhnliche Bauten erfordern außergewöhnliches Material. :00008356:
      Die Platte geht zurück in den Laden.

      Nun wurde zuerst mit dem Dremel eine Seite der Münze plangeschliffen.



      Für die genaue Bohrung der Verbindungslöcher kam wieder ein Teil meiner Baulehre zum Einsatz.
      Damit die 1mm-Bohrungen auch sauber zentriert sind, wurden von den Restrohren 2mm-Stücke abgeschnitten, in die Bohrungen der Lehre gesteckt . . .



      . . . und anschließend fixiert.



      Nach dem Anbohren wurde die Lehre entfernt und unter Benutzung von Bohröl die Löcher fertiggebohrt.
      :!: Ohne Bohröl ist der Bohrer ratzfatz stumpf.
      Hier die Münze nach dem Bohren.



      In die Bohrlöcher wurden kurze Messingabschnitte gesteckt und verlötet.



      Passt perfekt und hat ein optisch angenehmes Größenverhältnis zur Traverse! ^^



      Nun hat sich aber leider wieder ein Problem aufgetan.
      Da die Bodenplatte mit der Bühne verschraubt werden sollte, musste unter der Platte eine Schraube angelötet werden.
      Hierfür ist ein wenig mehr Wärme erforderlich.
      Dadurch hat sich durch den Kapillareffekt etwas Lötzinn in ein darüberliegendes Traversenrohr gezogen und darüberhinaus haben sich durch die Wärmeableitung 2 Querstreben davongemacht.
      1 Traverse hinüber - So geht es also nicht. :cursing:

      Nun die nächsten Münzen vorbereitet und die Bohrungen auf beiden Seiten mit 3mm angefast.





      Die Verbindungsabschnitte werden später mit Sekundenkleber befestigt, der dann durch die Anfasung mehr Verbindungsfläche hat.
      Dadurch konnte ich nun erst einmal die Schrauben verlöten.
      Die Münze wurde dafür in einen Spannkloben geklemmt und die Senkkopfschraube (natürlich auch aus Messing) in eine Haltepinzette.
      Beide wurden natürlich vorher an den Kontaktflächen mit einer Schleifscheibe gesäubert.



      Anschließend mit meinem kleinen Brenner erhitzt und verzinnt.



      Nach dem Erhitzen die Schaube einfach kopfüber auf die Münze setzen.
      Da das Material erheblich langsamer auskühlt als bspw. beim Platinenlöten, lässt sich die Schraube für das Zentrieren noch etwas verschieben.
      Zum Abschluß mit der Flamme die Verbindungsstelle noch einmal richtig aufheizen, dann stellt sich die Schraube von selbst genau senkrecht auf die Scheibe.
      Nun ein wenig warten, bis die Lötung weit genug herunter gekühlt ist und die Schraube nicht mehr abfällt.



      Da der Spannkloben etwas der Abfuhrwärme speichert, dauert es bei der letzten Platte länger als bei der Ersten.
      Auch die 1. Probeplatte wurde noch einmal nachbehandelt.
      Anschließend wurden die Lötränder noch mit dem Dremel verschliffen.
      Und hier sind sie nun fertig.



      Weiter geht es die nächsten Tage mit den notwendigen Eckverbindern, deren Bau auch etwas frickelig werden wird.

      Bis dann. :wikend:
      Viele Grüße
      Willie

      Man ist niemals zu alt, um Neues zu lernen.
      Es gibt keine dummen Fragen, nur dumme Antworten.


      Meine bisher fertiggestellten Arbeiten sind HIER zu finden.

      Im Bau : T3 - Mein erster Tourbus
      Hallo Modellbaufreunde,
      da ich gestern keine Lust mehr zum Schreiben hatte, habe ich als erstes heute ein Bild der Bodenplatten, nachdem die Verbindungsstangen verklebt wurden.
      Da ich noch nicht genau weiß, ob die hintere Querstrecke noch eine Zwischenstütze bekommt, sind sicherheitshalber gleich 5 Bodenplatten fertiggestellt worden.



      Der Bau der Eckstücke ist wie erwartet, doch etwas kompliziert.
      Ein Eckstück besteht aus 32 Einzelteilen.
      Da alle Teile schrittweise zusammengefügt werden und für eine ausführliche Baudokumentation dadurch mehr Fotos notwendig sind, als in einem Post untergebracht werden können, wird sich die Erklärung für die Ecken auf mehrere Posts verteilen.
      Auch dauert der Beginn etwas länger, da sich erst beim Zusammenbau die richtige Technik entwickelt, damit die nächsten Ecken etwas flotter gehen.

      Hier nun also der Teil 1.

      Es wurden einige Rohrteile an den Enden mit einer 45° Schräge versehen . . .



      . . . und anschließend etwas über Maß abgelängt.



      Für das Zusammenfügen der Winkelstücke habe ich mir dann erst einmal wieder ein Hilfsmittel angefertigt.
      An einem Stück Holzleiste wurden die Ecken entfernt und mit umlaufende Nuten versehen.
      Es hat zwar etwas gedauert, war aber auch eine gute Übung zur Handhabung mit meiner neuen Proxxon-Kreisäge.
      Es war zur Fertigung des Hilfsmittels auch kein anderes Gerät mehr notwendig.

      So lassen sich die Einzelteile eines Winkelstücks durch Einlegen in die Nut sauber über Eck verlöten.



      Zur Stabilisierung kamen noch kleine Winkel aus 1mm Rundmaterial in die Ecken.

      Hier die Einzelteile.



      Zum Verlöten wurden 2 Rohrteile mit Stabilisierungswinkeln auf dem Hilfsmittel fixiert.



      Der kleine Spalt in der Ecke ist durchaus gewollt, damit auch sich etwas Lötzinn zwischen die Stangen zieht.
      Das erhöht die Stabilität, da nach dem Verlöten überschüssiges Lot wieder abgeschliffen werden muss, um die Kontur zu erhalten.

      Hier das Ergebnis nach dem Verschleifen.
      Ein sauberer 90° Winkel.



      Nach dem gleichen Muster wurde der Innenwinkel angefertigt.

      Nun kam ein zeitaufwendiger Teil.
      Damit die Ecken exakt passen müssen sie auf die richtige Länge geschliffen werden.
      Die Außenecke jede Seite 20 mm und die Innenecke jede Seite 10mm.
      Bei den Traversenrohren ging das noch mit dem Dremel.
      Auf Grund der Größe und der Wärmeentwicklung beim Schleifen kommt bei den Ecken nur noch Handarbeit in Frage, um Brandblasen zu vermeiden.
      Also mit der Schlüsselfeile das jeweilige Ende bearbeiteten und immer wieder mit dem Messschieber nachmessen.

      Hier sind die fertigen Eckstücke mit 2 Traversen und 1mm Federstahlstäben lose im Winkel zusammengesteckt.



      Für das Verbinden der beiden Ecken wurden zunächst die Verbindungsstäbe auf einer Kachel als Unterlage fixiert.



      Dann wurde der Anschlagwinkel entfernt und die Traversen ebenfalls fixiert.



      Nun wurden wieder 8mm Querstreben zugeschnitten und die Verbindungspunkte verzinnt.



      Damit die Strebe auch mittig sitzt, wurden 0,6mm Holzleisten untergelegt.



      Ebenso wurden die 2. Querstrebe und die beiden 11mm Schrägstreben eingesetzt.



      Und hier das erste Teilstück nach dem Lösen der Fixierungen.



      Damit war gegen 1.30 Uhr Feierabend.

      Bis bald zum nächsten Teil. :wikend:
      Viele Grüße
      Willie

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